[Review] Edge of Tomorrow (2014 US/UK/KR)

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Und täglich grüßt der Engel von Verdun… Sunnyboy Tom Cruise dingt sich erneut als Retter der Menschheit und ballert sich mit Witz und Verstand durch die moderne Schlacht von Verdun.
Der Schauplatz sagt dabei schon alles: Das traurigerweise nur zu gut bekannte in Frankreich liegende Schlachtfeld dient in Doug Limans Adaption der japanischen Light Novel All You Need is Kill von Hiroshi Sakurazaka als letzte Bastion der Menschheit gegen die Alieninvasion.
Das Bild, das sich laut den Trailern als sich ständig wiederholendes Actionspektakel abzeichnet, entpuppt sich nach erster Skepsis als intelligent, witziges Zeitschleifenkino. Obwohl der Film anfangs noch starr wirkt, der Humor kommt etwas gekünstelt rüber, ändert sich dies schlagartig sobald Cruise erstmals in seinem Mechaanzug auf dem Schlachtfeld krepiert.

Wer jetzt meint es wäre sterbenslangweilig, Major „Bill“ Cage immer und immer wieder auf verschiedenste Arten verrecken zu sehen, der irrt. Seriosität und Humor halten sich die Waage, lassen den Film geschickt auf einem schmalen Grat wandeln. Sobald der Film droht auf eine Seite zu kippen oder man die Befürchtung hat, dass es zu viel werden könnte, schlägt das Drehbuch eine neue Richtung ein und sorgt somit für eine stetige Kontinuität. Dabei gibt sich Edge of Tomorrow erstaunlich unpathetisch, lässt zwar den Vorzeigesoldaten Master Sergeant Farrell (Bill Paxton) seine überschwänglichen Reden von Ehre und Stolz schwingen, doch im Grunde weiß jeder: All das ist unwichtig, einzig und allein der Sieg gegen die extraterrestrischen Mimics muss her oder alles ist verloren.
Doch wie soll Cage eine Schlacht ganz allein gewinnen, wenn er noch nicht einmal weiß wie er die Sicherung seines Kampfanzugs löst? Die dringend benötigte Hilfe bekommt er von der „Full Metal B*tch“, oder ehrenvoller: Dem Engel von Verdun.
Die kampferprobte Rita Vrataski (hervorragend schlagfertig: Emily Blunt) hilft unserem Helden und so werden u.a. die Trainingseinlagen neben den zahlreichen Actionsequenzen zum Highlight, denn mit witzigen Einlagen wird hier wahrlich nicht gegeizt. Der Kinosaal applaudierte regelmäßig.

„Again.“ „Again.“ „Again!“

Die weitere Handlung ist zwar simpel, aber clever und stringent gehalten. Nachdem sich die beiden ihr Ziel gesteckt haben, gibt es geschätzt aberhunderte Versuche dies zu erreichen. Dass sich die beiden dabei näher kommen ist abzusehen, allerdings wird diese Ebene nur angeschnitten. Man muss sich also keine Sorgen machen dass sich der Film selbst im Kitsch ertränkt. Denn Vorrang hat immer noch der Sieg.

Doch leider gibt es ein, zwei Mankos, die Edge of Tomorrow nicht zu dem Überflieger des Blockbusterjahres machen. Zum einen wirkt das Ende etwas dahingeschludert und vorhersehbar, zum anderen tat ich mich etwas schwer mit dem Film und wusste ihn nicht so recht einzuordnen. Ja, der Film ist wirklich gut gemacht, die Story ist mal was neues, intelligent und fesselnd zugleich, die Schauspieler sind grandios, die Action ist toll und die stringente Handlung lässt kaum Platz für Durststrecken. Doch irgendetwas an dem Film sorgt dafür, dass man sich etwas schwer mit dem Gesehenen tun könnte. Zahlreiche Kinobesucher konnten ebenfalls nicht sofort sagen, wie sie ihn genau einordnen würden – interessant sei er aber definitiv.
Doch davon sollte man sich keinesfalls abschrecken lassen. Edge of Tomorrow hat ganz klare Stärken und diese spielt er gekonnt aus.

7/10 Punkte

 edge-of-tomorrow-posterEdge of Tomorrow [Edge of Tomorrow]
Jahr: 2014 US/UK/SOK
Regie: Doug Liman | Drehbuch: Christopher McQuarrie, Jez Butterworth, John-Henry Butterworth
Cast:
Tom Cruise
Emily Blunt
Bill Paxton
Brendan Gleeson
Lara Pulver
Marianne Jean-Baptiste

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10 Kommentare zu „[Review] Edge of Tomorrow (2014 US/UK/KR)“

  1. Das klingt meiner Meinung nach echt interessant. Den Film wollte ich ursprünglich im Kino sehen – auf meine DVD-Liste schafft er es jetzt garantiert. Danke für die Rezi. 🙂

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    1. Danke, das freut mich. 🙂
      Hatte im Vorfeld auch immer geschwankt, ob ich den Film im Kino unbedingt sehen muss oder nicht. Am Ende kann ich jedoch getrost behaupten, dass sich der Gang ins Lichtspielhaus gelohnt hat. EoT ist angenehm kurzweilig, auch wenn man ihn danach für eine Weile nicht mehr sehen braucht. Aber er hat was.

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  2. schöne Kritik

    sehenswert ist Edge of Tomorrow mit Sicherheit, gute und intelligente Action und eine relativ innovative Story

    nur leider (Achtung, kleiner Spoiler!) wirft das Ende die komplette Logik über den Haufen, nur um einen vermeintlich tollen Tom Cruise Moment zu inszenieren

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    1. Danke, den Text werde ich demnächst nochmal überarbeiten. Denn das einzige was mich nach der Zweitsichtung immernoch stört ist das Ende. Das kommt mir a) zu hektisch und b) zu unpassend vor. Die Sache mit der Logik lasse ich mal außen vor, über das Happy End lässt sich streiten, da stimme ich zu. Passt aber auch irgendwie wieder zum Grundton des Films. Ich mecker, aber verzeihe es ihm.

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