[Review] Das Schicksal ist ein mieser Verräter (2014 US)

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Wann lässt es sich denn schon behaupten, der deutsche Titel sei so treffend gewählt, wie bei Das Schicksal ist ein mieser Verräter?

Hazel Grace Lancaster (eine bezaubernde Shailene Woodley) ist 16 Jahre alt, leidet an Schilddrüsenkrebs und sollte eigentlich schon tot sein. Doch aufgrund eines medizinischen Wunders ist sie noch am Leben, auch wenn ihre Behandlung das Unvermeidbare nur herauszögert. Afault-in-our-stars-04us Angst andere Menschen zu verletzen,  lebt sie zurückgezogen bis zu dem Tag, an dem ihre Mutter (Laura Dern) sie zur Selbsthilfegruppe schickt. Freunde und Gleichgesinnte soll sie dort finden. Zwar ist Hazel nicht sehr überzeugt von der Idee, kann sich jedoch überwinden hinzugehen. Nach dem ersten doch sehr unrühmlich verlaufenden Treffen, trifft sie im zweiten Anlauf auf Augustus ‚Gus‘ Waters (Ansel Elgort), dem bereits ein Bein der Krankheit zum Opfer gefallen ist. Nach und nach freunden sich die beiden an und eine hoffnungsvolle Geschichte nimmt ihren Lauf.

Im Prinzip braucht es zu Josh Boones Buchadaption des Jugend-Bestsellerromans The Fault in Our Stars von John Green keine großen Worte, denn der deutsche Titel greift all die Eigenschaften auf, um die es im dem Film geht: Liebe, Verlust, Herzlichkeit und eine gewisse Note bittersüßen Humors.

Das Schicksal ist ein mieser Verräter ist ein Film, wie ihn beinahe nur das Leben schreiben kann. Hier steckt das Leben drin. Es hat seine guten Seiten und Schattenseiten. Egal wie sehr man sich darauf vorbereitet, egal ob man mit sich und der Welt im Reinen ist oder nicht: Es passiert einfach und man kann nichts dagegen tun. Es geht nur noch darum, wie man seine restliche Zeit verbringt. Ob man sich versteckt, oder ob man sich zurück ins Leben begibt.

284232.jpg-c_640_360_x-f_jpg-q_x-xxyxx„Ich bin eine tickende Zeitbombe. Und ich will niemanden verletzen.“

Worte , die wehtun. Worte, in denen so viel Wahrheit steckt und doch ist es egal. Für Gus ist es egal. Liebe überwindet Grenzen, Krankheit, den nahenden Tod. Es geht um das Hier, das Jetzt. Und das zeigt uns der Film. Die Bilder sprechen eine warme Sprache, die Darsteller leisten großartige Arbeit. Messerscharfe Dialoge die ins Herz gehen, ohne viel Firlefanz drum herum. Es ist ein durch und durch herzlicher Film, der einem dennoch keine Illusionen vormacht. Der Tod hängt über ihnen wie ein Damoklesschwert. Er ist der ständige Begleiter, der es ihnen und dem Zuschauer schwer macht, seine Hoffnungen auf ein Happy End zu schüren. Und dennoch geht es hier nicht primär um den Tod.

Das Endliche, das Leben steht im Vordergrund.

042413.jpg-rx_640_256-b_1_D6D6D6-f_jpg-q_x-xxyxxHöhen und Tiefen müssen überwunden werden und nicht immer ist alles so wie man es sich vorstellt, doch Regisseur Josh Boone zeigt uns die Geschichte zweier sich Liebender auf herzergreifende und lebensbejahende Weise, ohne dabei zu sehr in Kitsch und Klischees abzudriften. Trauer, Romantik, Zynismus und Lachen halten sich gleichermaßen die Waage, wodurch er sämtliche Tränendrückerattitüden gekonnt umschifft. Er nimmt uns an die Hand und lässt uns dabei sein, den Moment miterleben. Dabei diktiert er keine Gefühle, die kommen von ganz allein.  Zu verdanken hat er dies seinen beiden herausragend agierenden Hauptdarstellern Shailene Woodley und Ansel Elgort, die ein über alle Maßen liebenswürdiges, sympathisches Leinwandpaar abgeben, ohne die der Film nicht der Rede wert wäre. So wächst einem Hazel Grace gleich schon zu Beginn ans Herz, wenn sie auf bittersüße Art und mit beißender Ironie ihren Gesundheitszustand erläutert. Man würde sie am liebsten schon hier einfach in die Arme nehmen und sie fest drücken. Und wenn sie dann auf Gus trifft, der sich zunächst als coolen Typen gibt, im Herzen aber ein liebevoller Kerl ist, der seinem Kumpel aus der Selbsthilfegruppe über die Trennung seiner Freundin hinweghilft, dann geht einem das Herz auf. Man weiß sofort, hier haben sich zwei gefunden. Eine wundervolle Geschichte nimmt ihren Lauf.

Eine Geschichte die gleichermaßen so schön und traurig ist, da bleibt gewiss kein Auge trocken. Ja, das Schicksal kann ein mieser Verräter sein. Aber es sorgt auch für die schönen Momente im Leben. Und genau das zeigt uns Das Schicksal ist ein mieser Verräter auf äußerst gefühlvolle und angenehm subtile Weise.

 9/10 Punkte

das-schicksal-ist-ein-mieser-verraeter-poster_articleDas Schicksal ist ein mieser Verräter [The Fault in Our Stars]
Jahr: 2014 US
Regie: Josh Boone | Drehbuch: Scott Neustadter, Michael H. Weber
Cast:
Shailene Woodley
Ansel Elgort
Nat Wolff
Laura Dern
Sam Trammell
Willem Dafoe
Lotte Verbeek

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3 Kommentare zu „[Review] Das Schicksal ist ein mieser Verräter (2014 US)“

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