[Review] Ben & Mickey vs the Dead (2012 US)

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Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller Jeremy Gardner nimmt uns und seinen Kumpel Mickey (Adam Cronheim) mit in die Ödnis des Überlebens nach der Zombieapokalypse.

ben_and_mickey_vs_dead_09Wie man an Ben & Mickey vs. the Dead erkennen kann, benötigt es nicht viel, um ein stimmungsvolles kleines Filmchen vorzulegen. Mit geringem Budget, dafür aber mit Leidenschaft, zeigt uns Gardner ein Psychogramm zweier Männer, die auf unterschiedliche Weise mit der Misere einer Zombieplage umgehen müssen. Während sich der zottelige Ben in seiner Rolle als Jäger und Nomade gut zurecht findet, tut sich sein Kumpel Mickey schwer damit, immer wachsam und unterwegs zu sein. Lieber würde er an einem Ort verweilen, die Vorzüge eines weichen Bettes nutzen, als ständig von einem Ort zum nächsten zu pilgern. Also bleibt ihm kaum etwas anderes übrig, als sich seine blauen Kopfhörer aufzusetzen, um sich so zumindest für kurze Zeit in seine eigene kleine, unbekümmerte Welt zu flüchten, fernab jeglichen Überlebensinstinkts.

Statt wie andere Genrevetreter auf Effekthascherei und Splatter zu setzen, stehen hier einzig und allein die beiden Protagonisten im Mittelpunkt der Geschichte. Für ein paar Tage begleiten wir sie dabei, wie sie von Haus zu Haus ziehen, sich von Dosenfutter ernähren und versuchen den Untoten aus dem Weg zu gehen. Dabei, wie sie sich einen Alltag im immerwährenden Kampf ums Überleben schaffen. Hier gibt es keine Zombiemassaker oder Blutorgien. Stattdessen rückt Gardner die einfachsten Dinge in den Mittelpunkt: Sei es ein kleines Baseballspiel auf einer Apfelplantage zur Ablenkung, oder eine drei minütige Zähneputzeinlage. Mit dieser ausdauernden und ruhigen Erzählweise schafft er sich der Film so seine eigene kleine Welt, fernab typischen Zombiegeplänkels.
ben-and-mickey-vs-the-dead-02Dabei sprechen die Bilder ein und dieselbe Sprache:
Trostlosigkeit, Aussichtslosigkeit. Und diese fürchterliche, fast schon unerträgliche Ruhe, die nur selten unterbrochen wird. Doch trotz des vorherrschenden ernsten Grundtons nimmt sich der Film die Zeit, einige witzige Einfälle zu verarbeiten, die etwas Pepp in die angestauchte Angelegenheit bringen. So braucht es beispielsweise nur einen kurzen Augenblick mit Mickey und den Kopfhörern und schon sind ein Großteil der vorrangegangenen Strapazen fast schon wieder vergessen. Dazu unterstreicht der erstaunlich lebendig geratene Soundtrack die rar gesäten, aber durchaus lebensfrohen Momente der beiden Überlebenskünstler.

Zwar ist das Finale etwas zu lang geraten, zieht dafür aber ordentlich an der Spannungsschraube. Auch wenn man letztendlich weiß, wie es ausgehen wird, so ist es konsequent umgesetzt und lässt nachdenklich zurück. Und gerade bei dem drückend warmen Wetter der letzten Tage sollte man sich ausgesprochen gut in die passende Lage versetzen können, in die sich Ben und Mickey mit einer einzigen unglücklichen Fehlentscheidung manövrieren.

Ben & Mickey vs. the Dead ist definitiv kein Film für jedermann. Für viele wird hier zu wenig passieren, man könnte ihm glatt Spannungsarmut vorwerfen. Aber gerade das macht den Film so erfrischend anders und interessant. Trostlos, niederschmetternd, und doch packt der Ansatz der Authentizität, der hier durchschimmert. Zwar lässt er sich nicht an Filmkollegen wie 28 Days Later messen, einfach weil hier nicht die nötigen Mittel vorhanden sind, aber für so ein kleines unabhängiges (amateur-) Projekt ist es außerordentlich gut gelungen. Wenn man hier also mit der richtigen Erwartungshaltung ran geht, darf man sich durchaus auf eine kleine Zombie-Indiedramaperle der ruhigen Töne freuen. Sowas sieht man auch nicht allzu oft.

7/10 Punkte

ben-and-mickey-vs-the-dead-poster_articleBen & Mickey vs. the Dead [The Battery]
Jahr: 2012 US
Regie: Jeremy Gardner | Drehbuch: Jeremy Gardner
Cast:
Jeremy Gardner
Adam Cronheim
Niels Bolle
Alana O’Brien
Jamie Pantanella
Larry Fessenden
Kelly McQuade

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