[Review] The Guard Post (2008 KR)

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Ich hatte schon einmal das große (Un-)Vergnügen, mir einen südkoreanischen „Grenzfilm“ anzusehen. Damals ließ mich Kim ki-Duks The Coast Guard bereits kopfschüttelnd zurück, der von einem wahnsinnig gewordenen Grenzsoldaten erzählt. Auch in Kong Su-changs Horrorfilm The Guard Post bekommen wir es mit einem verrückten mordlustigen Soldaten zu tun, welcher an der Demilitarisierten Zone unweit der Grenze zu Nordkorea seinen Dienst verrichtet. Auf einem Posten, der in ständiger Alarmbereitschaft steht und dessen Soldaten stets in voller Kampfmontur agieren.

GP 506 (2008 Korea).cd1.avi2Südkoreanische Filme sind bekannt dafür, nicht gerade zimperlich zu sein und so zeigt auch dieser Film gleich zu Beginn, in welche Richtung es fortan gehen wird. Eine Einheit der Militärpolizei stürmt den Guard Post 506. Was sie alle jedoch hinter der stählernen Tür erwartet, lässt sie zusammenzucken. Blutüberströmt, mit einer Axt bewaffnet und irrem Blick im Gesicht, starrt sie irrwitzig der einzige Überlebende des Postens an. Überall Blut und zerstümmelte Leichen.
Sergeant Major Seong-gyu Noh (Chun Ho-jin) soll den Vorfall untersuchen und bekommt eine kurze Schonfrist, ehe der Fall von den Behörden vertuscht werden soll. Mittels Flashbacks wird nun die Geschichte aufgearbeitet.

Der Film fängt stark an und entwickelt schnell eine packende, beklemmende Atmosphäre. Den Horroraspekt bedient Regisseur Kong Su-chang auf sehr unterschwelliger Ebene, setzt vermehrt auf Licht und Schatten Gruselmomente und lässt den Zuschauer genauso wie Ermittler Noh lange Zeit im Dunkeln tappen. Leider verliert sich die Handlung ab dem Mittelteil, wird schnell vorhersehbar und abstrus. Wo man zu Beginn noch über das Warum grübelt, präsentiert sich die Auflösung auf völlig überzogene Art und Weise. Von der eleganten Subtilität findet sich hier keine Spur mehr, stattdessen jagt ein Ekelmoment den nächsten. Wenigstens Gorehounds dürften voll auf ihre Kosten kommen.

GP 506 (2008 Korea).cd1.avi5Auch die Laufzeit (meine Version bezog sich auf die 116 minütige Version) fühlt sich unverhältnismäßig lang an. Die Handlung schlägt mit den ständigen Flashbacks unnötige und komplizierte Haken, der rätselhafte Überlebende (Lee Yeong-hoon) zehrt mit seinem nicht vohandenen Willen zur Kooperation stark an den Nerven. Das sorgsam aufgebaute Spannungskonstrukt stürzt in sich zusammen. Hätte man den Film also um gut eine halbe Stunde gekürzt, dann hätte sich der Film durchaus sehen lassen können. Die Akteure, allen voran Chun Ho-jin und Jo Hyun-jae als Kommandant des G.P. 506, spielen nämlich ausgezeichnet und gerade zu Beginn zeichnet sich der Film durch ein durch die Bank weg sehenswertes Potenzial aus. Leider macht die völlig überzogene Auflösung dem ganzen einen Strich durch die Rechnung, was in Anbetracht der vorhandenen Möglichkeiten schlicht ärgerlich ist.

Auch bietet The Guard Post für einen Horrorfilm zu wenig Schockmomente,  stattdessen baut er zusehens lieber auf eine Handvoll Ekelelemente. Für jemanden der bei drei vor Schreck sofort auf einen Baum springt, ist das ganze also als relativ harmlos zu bezeichnen, sofern einem die Goreelemente nichts ausmachen. Schade, der hier hätte echt was werden können…
Den Film könnt ihr übrigens legal und kostenlos auf Netzkino.de ansehen.

5/10 Punkte

gp506-2008The Guard Post – Der Feind ist die Dunkelheit [G.P. 506]
Jahr: 2008 SOK
Regie & Drehbuch:  Kong Su-chang
Cast:
Chun Ho-jin
Lee Yeong-hoon
Lee Jeong-heon
Jo Hyun-jae

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