[Film] No One Lives (2012 US)

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Wenn eine brutale raubende Gang und ein Psychokiller im Hinterland Amerikas aufeinander treffen, kann man sich sicher sein, dass es Tote geben wird.

Das war ja nun das letzte, was ich von der WWE Filmschmiede erwartet hätte. Nämlich ein richtig starkes B-Filmchen.
Entweder liegt es jetzt daran das ich gerade auf einem Luke Evans-Trip bin (seit Erscheinen des Dracula Untold – Trailers), oder der werte Herr hat wirklich eine verdammt anziehende Ausstrahlung.
Muss wohl beides sein, denn ohne ihn wäre Ryūhei Kitamuras No One Lives – Keiner überlebt! kaum der Rede wert und würde im Strom der unzähligen, grausig schlechten Backwood Horrorslasher untergehen.

NoOneLivesFeatWas macht diesen hier also so besonders, wo doch die Geschichte so konstruiert ist das es einen schüttelt und die Bauernopfer über kaum erwähnenswertes Schauspieltalent verfügen? Ganz einfach. Was No One Lives so stark macht, ist zum einen die dauerhaft angespannte Atmosphäre und die spannungsreichen Haken, die im Verlauf des Films geschlagen werden. Zum anderen verpassen die stark in Szene gesetzten Protagonisten Driver (Luke Evans) und das toughe Final Girl Emma, hier so richtig stark gespielt von Adelaide Clemens, dem Film die notwendige bedrohliche Note.

Während man im Laufe der Handlung immer auf der Hut ist, im Glauben der Streifen hätte stets noch etwas in der Hinterhand bzgl. seiner Charaktere, gibt sich der Film geradlinig. Zwar ahnt man schnell wie der Hase hier läuft, jedoch ist das zweitrangig. Zu diabolisch gut lässt Evans den Psycho raushängen und zu schlagfertig agiert sein Opfer. Der Rest, bzw. die Gang ist beinahe schon irrelevant, werden diese doch nur zum garnieren der Schlachtplatte gebraucht.
no-one-lives-01Dass man Evans‘ Schlächter dabei gar nicht so oft im Bild hat, tut seiner Figur ungemein gut. Somit steht diese subtile, psychiche Gefahr die auf diese Weise von ihm ausgeht in starken Kontrast zu den harten Goreelementen, die nichts für Zartbeseitete sind. Wenn die Kamera dann auf ihn gerichtet ist, vermag er die volle Aufmerksamkeit des Zuschauers auf sich zu lenken, was zum Großteil seiner fesselnden Ausstrahlungskraft geschuldet sein mag. Gepaart mit ausgeprägtem Talent erhält man einen Fiesling, der auf der einen Seite abstoßend, auf der anderen Seite aber auch attraktiv im Sinne von interessant gestaltet ist. Und das ist bei einem solchen Film gold wert.

Klar hat auch ein solcher Slasher seine Schwächen. Wer weiß wie oft ich mir dachte, diese Pfeifen handeln irrational und schlichtweg dumm, wie oft mir durch den Kopf schoss wie zusammengeschustert manche Elemente doch sind. Aber, und jetzt kommt das große aber:
No One Lives hat das nötige Gefühl, genau diese Schwächen mit seinen gutaufgelegten Darstellern zu umschiffen und mausert sich immer weiter zu einem spannenden und harten Hinterwäldlersplatter, dessen brutale und stimmungsvolle Atmosphäre Laune macht. Dazu ist der Streifen keine Minute zu lang geraten, eher hätte man noch mehr sehen können.
Mit dieser Kombination kann es gerne weitergehen.

7/10 Punkte

no_one_lives_mediabookNo One Lives – Keiner überlebt! [No One Lives]
Jahr: 2012 US
Regie: Ryūhei Kitamura | Drehbuch: David Cohen
Cast:
Luke Evans
Adelaide Clemens
Lee Tergesen
Laura Ramsey
America Olivo
Derek Magyar
Brodus Clay

Trailer (original):

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4 Kommentare zu “[Film] No One Lives (2012 US)”

      1. „Versus“ und „Azumi“ sollen sehr gut sein, aber beide nicht gesehen. „Sky High“ war ganz ok und „Godzilla: Final Wars“ ziemlich spaßig. „Midnight Meat Train“ hab ich nur wegen ihm geguckt und war positiv überrascht. Einen Hang zu B-Zeugs hatte er zwar schon immer, aber hätte nie gedacht, dass er mal irgendwelche WWE-Backwood-Slasher drehen muss xD

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        1. „Azumi“ werde ich mir mal ansehen, ansonsten sagt mir nur MMT was.
          Aber hey, hast du den hier schon gesehen? „No One Lives“ hat eine wirklich starke Atmo, habe ich selbst nicht gedacht. Da kann sich so einiges an B-Filmchen hinter verstecken. Und die WWE-Studios… Der Blindgänger „The Marine“ hat mich ja von jeglichem Schund der Schmiede bereits im Vorfeld kuriert, aber das der hier von denen kommt, konnte ich zunächst nicht glauben… war aber spaßig!

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