[Film] 300: Rise of an Empire (2014 US)

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Während die 300 tapferen Spartaner den Vorstoß der Perser an den Thermopylen aufzuhalten versuchen, muss Themistokles alles daran setzen, Griechenland im Kampf gegen die persische Übermacht zu vereinen und die finale Schlacht auf See gegen die blutrünstige Flottenführerin Artemisia zu gewinnen.

Die Idee, 300: Rise Of An Empire als Pre-/Sidequel zu inszenieren, ist stimmig umgesetzt. Man erfährt wie es zu dem Krieg zwischen den Griechen und den zahlenmäßig immer überlegenen Persern kam, bekommt hier und da einen Querverweis zu den 300 Spartanern und es wird zeitgleich munter drauflosgemetzelt, nur diesesmal nicht an Land, sondern auf offener See.

Optisch entfaltet sich der Film einwandfrei. Der comicähnliche und von CGI überbordende Stil wird konsequent weitergeführt, das Blut sieht hier auch endlich mal einigermaßen nach Blut aus (und nicht wie die Tinte des Vorgängers), Extremitäten werden elegent vom Torso getrennt, die Kampfchoreos an sich werden größtenteils gut von der Kamera eingefangen (am Ende wirds dann doch zu unübersichtlich) und die Seeschlachten sehen stark aus. Und all das wird von einem passend wuchtigen Score von JunkieXL unterstützt, der erstaunlich gut gefällt und das ein oder andere Mal für Gänsehaut sorgen dürfte.

Das ist das eine.

Während der Vorgänger noch vom kantig kernigen Gerard Butler getragen wurde, muss nun Sullivan Stapleton die Rolle des Anführers übernehmen. Und so richtig funktioniert wie gewünscht hat es nicht. Egal was er macht, er bringt seine Rolle einfach nicht so gedrillt und ruppig rüber, wie es hätte sein müssen. Den Anführer nimmt man ihm zwar einigermaßen ab, aber es mangelt hier zu sehr an Charisma als das man wirklich mit ihm oder seinen Männern mitfiebern könnte. Die vor Pathos nur so triefenden Reden eines Leonidas wurden im Vorgänger mit Stolz und Ehre und Kriegsgeist überbracht, und die eines Thermistokles gehen hier gnadenlos unter, hallen nicht nach. Hier zeigt es sich wieder, dass ein Vollbart mitsamt Sixpack noch lange keinen Anführer macht. Die an „Das ist Sparta!“ angelehnte Szene war dann auch nur noch zum schmunzeln geeignet.
Übrigens waren locker dreiviertel aller Herren in ihren knappen Lederlätzchen geradezu unsexy oder hatten den Sexappeal eines Baums. Oder den eines Xerxes… Aber das nur so am Rande.
Nee, die Männer waren nicht so das Wahre, also muss es wieder einmal das starke Geschlecht richten. 😉

Und wohoo, Eva Green als Flottenführerin Artemisia bombt sie knallhart alle weg. Anders lässt es sich nicht sagen. Sie trägt den Film auf schmalen Schultern und zeigt wie es geht. Sie ist die Kampfmaschine, gedrillt auf Blutvergießen. Und du meine Güte, die Sexszene hat ja wohl so ziemlich jede Schlachtenszene von der Intensität her in den Hintergrund verbannt. Aber egal, denn auch wenn Green die volle Kontrolle im Film hat, darf sich noch Lena Headey als weibliche Unterstürzung dazugesellen. Leider ist sie viel zu wenig zu sehen und bekommt somit auch kaum die Chance ihr Können unter Beweis zu stellen, was gerade bei ihrem Talent (Game of Thrones) extrem schade ist. Die Rolle hätte soviel mehr hergeben können, nur das Drehbuch wollte es nicht zulassen. Ärgerlich. Und am Schluss wurde meiner Meinung nach zusätzlich noch viel zu früh ausgeblendet.
Aber wer interessiert sich schon für Charaktere bei so einer Orgie? *hust*

Das, was mich am Ende erstaunlicherweise richtig enttäuscht zurückgelassen hat, waren die relativ wenigen richtigen Schlachtszenen. Versteht mich nicht falsch, nach 5 Minuten wird der erste Kopf zerquetscht. Aber wo sich im ersten Teil „lediglich“ Blutvergießen und heftiger Sex abgewechselt haben gibt es hier zwar Blutvergießen, aber in Relation zu der Menge an unnötigem Palaber zwischendrin gehen diese fast unter. Da geht es für gute fünf Minuten heftigst zur Sache und dann wird wieder elendig lange und sinnentleert gequasselt, ehe es endlich wieder zu blutigen Sturzfluten kommt. Gerade die zweite Hälfte zog sich auf diese Weise ewig und es ging nur viel zu selten und dann auch nur viel zu kurz zur Sache. Ich will nicht sehen, wie sich Boote rammen, verdammt. Ich will Feindkontakt. Klinge an Klinge. Klinge an Kehle. Dass ich das hier bemängeln würde, erstaunt mich dann doch ein bisschen. Schade!

Als Sidequel ist 300: Rise of an Empire ganz okay und bietet gewohnt krasse Schauwerte für Fans des Vorgängers. Allerdings enttäuscht dieser Teil in etlichen wichtigen Schlüsselelementen. Wer also auf einen ebenbürtigen 2. Teil der Reihe gehofft hat, sollte seine Erwartungen besser wieder runterschrauben, um so einer Enttäuschung zu entgehen.

Das 3D ist okay, allerdings sind das einzige was einem entgegenfliegt die zahlreichen Blutfontänen. Und dafür reicht auch 2D.

5,5/10 Punkte

300-Rise-Of-An-Empire-new-poster300: Rise of an Empire
Jahr: 2014 US
Regie: Noam Murro | Drehbuch: Zack Snyder, Kurt Johnstad
Cast:
Sullivan Stapleton
Eva Green
Rodrigo Santoro
Lena Headey
Callan Mulvey
Hans Matheson
Andrew Tiernan
David Wenham
Jack O’Connell

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3 Kommentare zu “[Film] 300: Rise of an Empire (2014 US)”

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