[Film] One Nite in Mongkok (2004 HK)

one_nite_in_mongkok_lovehkfilm
Pic via lovehkfilm.com

Gerne würde ich schreiben One Nite in Mongkok sei geradlinig. Die ganze Zeit spannend und temporeich. Ist er nicht. Und das ist vollkommen in Ordnung.

Viel lieber stelle man sich das ganze so vor:
Mongkok gehört zu den am dichtesten besiedelten Flecken auf der Erde. Überall prangen Neonreklamen in der Nacht, Straßenverkäufer versuchen dir in überfüllten Straßen ihre gefälschten Waren zu verkaufen. Menschen, wohin man auch sieht.
Und in diesem Stadtteil Honkongs muss sich eine Polizeieinheit rund um Officer Dan (Alex Fong) auf die Suche nach einem Killer (Daniel Wu) begeben, der von einer Bande angeheuert wurde, die auf Rache gegenüber einer anderen Bande sinnt. Während die Polizei nun auf der Suche nach dem Killer ist, scheint dieser ihnen ständig einen Schritt voraus zu sein. Durch einen Zufall läuft er der Prostituierten Dandan (Cecilia Cheung mit nervtötender Synchro) in die Arme und hat diese von nun an an der Backe.

onimHandlungstechnisch geht das alles in etwa so voran, als würde man sich durch die Menge kämpfen und versuchen das Viertel möglichst schnell zu durchqueren. Hier und da muss man eine Abzweigung nehmen, um den Menschenmassen zu entgehen und prompt landet man in einer Sackgasse. Regisseur Derek Yee (Protégé) spielt mit den Menschenmassen, mit den unzähligen Reklameschildern und kreiert so ein tristes, urbanes Setting. Beengt und doch erdrückt es einen nicht. Die Action wird weitestgehend zurückgeschraubt, vielmehr stehen die Akteure im Vordergrund, von denen jedoch als einziger Daniel Wu und ein Stück weit auch Cecilia Cheung wirklich profitieren können. Der Rest wird etwas verschenkt, bekommt stereotype Eigenschaften angelastet und ist einfach da. Beispielsweise in ihren Persona als kaputter Cop, der neue, etwas übereifrige Cop, der leicht reizbare Cop, etc. Lichtblick  und erfrischend unter der Darstellerriege ist sicherlich der geldbesessene Suet Lam, der hier wie ein Pimp seinen schmierigen Geschäften nachgehen darf. Sein Outfit bringt übrigens etwas Farbe in das triste, dunkle Grau der Bilder und macht ihn so herrlich verrückt, verschroben sympathisch.
Was sich nun anstrengend liest, ist gar nicht so anstrengend, sieht man mal von der fürchterlich möchtegernkomödiantischen Synchronstimme von Cecilia Cheung ab.
Denn hier weiß man nie, wohin es einen verschlägt, oder wer in der nächsten Seitengasse auf einen wartet. Zwar gibt es eine Handvoll an Actioneinlagen zu bestaunen, werden diese doch weitestgehend nichtig, wenn sich die Geschichte rein um ihre Figuren sorgt. Wenn der Killer eigentlich ganz andere Beweggründe für seinen Aufenthalt als seinen Job hat, und die Prostituierte nur aus Not zu ihrem Job greift und bis auf den ein oder anderen Tick schlicht liebenswert und fürsorglich ist.

Die Geschichte hätte man sicherlich knackiger und temporeicher erzählen können, so wirkt es jedoch bewusst bedrückt und zähflüssig. Vermutlich so, wie wenn man versucht, sich durch das enorm dichtbesiedelte Mongkok zu schieben. Hat was, auch wenn trotz allem etwas mehr Geradlinigkeit wünschenswert gewesen wäre.

7/10 Punkte

PosterOne Nite in Mongkok
Jahr: 2004 HK
Regie & Drehbuch: Derek Yee
Cast:
Daniel Wu
Cecilia Cheung
Alex Fong
Suet Lam
Chin Ka-lok

Trailer (OmU):

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s