[Filmpreview] Katakomben (2014 US)

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Ein Film, der unter Kritikern enorm gescholten wird, mir größtenteils aber große Freude bereitet hat: Katakomben.
Ich bin ja in filmischer Hinsicht ein Angsthase, wie er im Buche steht: Jumpscares, die ich schon im Vorfeld erahne jagen mir trotzdem regelmäßig einen mords Schrecken ein und mit fiesen Grimassen braucht ihr mir auch nicht zu kommen. Aber da mir die Sneakgötter nur sehr selten gnädig sind, durfte ich diesen Horrorschocker natürlich hautnah erleben. Ganz toll.

Kurze Warnung vorneweg:
Der Film verlässt sich vollkommen auf seinen Foundfootagestil. Wem die Wackelei am Anfang, oder gar im Trailer schon zu schaffen macht, den warne ich: Es wird nicht besser! Außerdem warne ich ausdrücklich davor, den Trailer zu schauen. Er verrät enorm viel von der Handlung.

Katakomben fängt ‚merkwürdig‘, dabei aber ganz im Sinne von interessant an. Wenn man nicht wüsste welcher Film da gerade läuft, würde man die ersten Minuten vermutlich glatt auf ein Flüchtlingsdrama einer iranischen(?) Frau tippen. Die durchrüttelnde Kameraführung passt zumindest… Dem ist nicht so, und es wird auch recht früh deutlich, dass da definitiv mehr dahinter stecken muss.
1Etwas larifarimäßig geht es dann weiter nach Paris, das zusammengewürfelte Entdeckergrüppchen wird einigermaßen bis gar nicht vorgestellt und schon geht es in die titelgebenden Katakomben von Paris, genau dorthin, wo Millionen Gebeine liegen.
Da unsere Protagonistin Archäologin ist, verfolgt der Film auch stets einen archäologischen Ansatz, der immer mal wieder zu tragen kommt, denn eigentlich ist sie ja auf der Suche nach einem Objekt von unschätzbarem Wert. Rätsel wollen derweil geknackt und Inschriften entschlüsselt werden.
Der Horror ist die erste Stunde über sehr subtil gehalten. Dabei bedient sich der Film nur zu gern seines Settings; die engen, tiefschwarzen Gänge sorgen auch beim Zuschauer für Beklemmungen und Unbehagen, Licht und Helmkamera ist außerdem mehr oder minder alles, was unser schnuckeliges Grüppchen zu bieten hat. Wenn dann noch einer in einem Schacht steckenbleibt, dann ist die Sorge auch erstmal groß, gerade wenn man sich dank des Found Footagestils leicht selbst in diese Lage hineinversetzen kann. Diese Kombination erschafft eine dauerhaft angespannte Situation, die immer wieder mit kleinen Fetzen angefüttert wird. Zwar kommt der Film auch hier nicht um einige typische Horrorklischees herum, aber die vergisst man recht schnell wieder. Auch wenn man sich oft denkt „Geh doch nicht in die Richtung aus der das Geräusch kam, verdammt!“, aber manchmal geht es ja auch nicht anders…

3Tempomäßig schlurfen die Figuren durch die verwinkelten Abzweigungen, aber es verliert sich nicht, sondern wird ständig von der Handlung und dem Drang diesen einen Gegenstand zu finden vorangetrieben, ehe dann der richtige Horror beginnt.
Die letzte Dreiviertelstunde ging mir ordentlich die Muffe, nämlich dann, wenn sich der Film einer eigenen Variante des „Höllentores“ bedient. Dabei wirkt es gar nicht so platt wie man vielleicht meinen möchte, auch wenn hier die Mystik großzügig bedient wird. Die Handlung verfolgt bestimmt ein Ziel und so fühlt es sich auch an. Man weiß einigermaßen, wohin es gehen wird, auch wenn der Ausgang noch nicht ganz klar scheint. Es ist sogar ungemein spannend und hier und da gibt es fiese Schocker zu bestaunen.
Allerdings vermag ich nicht zu sagen wie ihr diese einordnen würdet, bei mir ist beinahe alles schon einen „Aufschrei“ wert… 😉

Katakomben ist eine, trotz durchgehender Wackelkamera, schicke Angelegenheit geworden, die dankenswerterweise mehr auf das Unbehagen des Zuschauers setzt, als auf Splatter und ähnliche Konsorten. Es ist diese ständige angespannte Lage, die irgendwie fetzt. Auch wenn der Film an vereinzelten Stellen vorhersehbar und unlogisch ist, kann ich mir gut vorstellen das dieser Found Footage Horror bei Einigen Horrorjüngern gut wegkommen wird.

7/10 Punkte

PosterKatakomben [As Above, So Below]
Jahr: 2014 US (deut. Kinostart: 11.09.)
Regie: John Erick Dowdle | Drehbuch: Drew Dowdle, John Erick Dowdle
Cast:
Perdita Weeks
Ben Feldman
James Pasierbowicz
Edwin Hodge

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