„Wie war eigentlich…?“

FURT1

„… das Konzert des Farin Urlaub Racing Teams gestern in der neuen Batschkapp?“

Davon abgesehen, dass ich in der heutigen Nacht nach knappen vier Stunden Schlaf mit brutal dröhnenden Kopfschmerzen aufgewacht bin und meine Stimme unter ordentlichen Beeinträchtigungen leidet… versuche ich es mal so zu sagen, ohne dabei den Begriff „polyamorös“ zu benutzen. Ach verdammt, jetzt habe ich es ja doch getan… (dieses fiese Wort geht einem aber auch nicht aus dem Kopf…!)

Es war wirklich fantastisch. Nun kann ich endlich auch das FURT auf meiner „must see“- Liste abhaken, denn nach gut 8 harten Jahren habe ich es gestern endlich geschafft. Und ich bin immer noch total im Tanzfieber. Wäre ja auch schlimm wenn nicht, bei diesen catchigen Rhythmen die der Herr mit seinen Bläsern, den lesbischen Gesangsnattern und seinen anderen Instrumentalistinnen erzeugt. Es wurde gelacht, gepogt, gesprungen, geschwitzt, Crowdsurfer waren massig unterwegs und natürlich durften wir bei „Zehn“ hübsche Kniebeugen machen (Mensch, ich werde echt zu alt für solche Späßchen…). *grins*

Details der Setlist spare ich an dieser Stelle mal aus (könnt ihr ganz unten nochmal nachlesen, einfach über die leere Textfläche markieren). Was ich jedoch sagen kann ist, dass der Songmix hervorragend ist. Vom neuen Album gibt es lediglich Herz? Verloren zu hören, weil dessen B-Seite „Die perfekte Diktatur“ so gut passt, gab es diese sogar noch obendrauf. Was für ein Glück, avancierte dieses paradoxe Stück aus vollkommen ernsten und nachdenklich machenden Text mit dieser pervers perfiden Wandermusikuntermalung doch tatsächlich zu einem meiner Lieblingsstücke des FURT. Und ich habe es noch nie erlebt, dass neue Songs so dermaßen euphorisch abgefeiert werden wie hier. Das Publikum war ja ohnehin schon von Beginn an fabelhaft gelaunt und stimmlich gut aufgestellt, aber es kann mit absoluter Sicherheit gesagt werden, dass bei „Herz? Verloren“ alle(!) lautstark mitgesungen haben. Da konnten sich teils seine anderen großen Nummern wie „Petze“ oder „Unter Wasser“ hinter verstecken, wenn auch nur knapp. Hätte ich so nicht erwartet, aber wenn das so bleibt, dann kann das gerne Album kommen. Der Zuspruch ist jedenfalls riesig.
Wie gesagt, die Setlist war super, gespickt mit B-Seiten und einer ziemlich coolen neuen und vorallem rockigen Liveversion von „Die Leiche„.

Die Band war ebenfalls ganz wunderbar gelaunt, es wurden Witze gerissen, es wurde sich geneckt… es gleicht sich bei der Truppe eben wie eine große Familie. FU hat wieder den „Diktator“ gegeben und das Publikum folgte seinen Anweisungen. Amüsant hier für die DVD-Kenner: Die Geräusche bei „Alle Dasselbe“ hatte jeder Zuschauer schon verinnerlicht, aber ihr kennt das ja:

FU: „In Frankfurt/Oder“ machen die Krähen andere Geräusche als in Frankfurt am Main! Hier sind die mehr so cyborgmäßig:

K-R-A Umlaut-H

[…]ich dachte nach über einige Sachen
die Menschen so tun
plötzlich musste ich lachen *meeeehhhh*
Der Gedanke traf mich wie ein Blitz *boooom*[…]“

Herrlich. Und die kurze Zugabe der Acappella-Version von „Dusche“ ganz zum Schluss … ich komme aus dem Grinsen immer noch nicht raus. Welch gelungener Abend das war, beinahe hätte sich sogar ein Freudentränchen auf den Weg gemacht, dass ich aber rechtzeitig noch wegwischen konnte. Oder war es doch nur der Schweiß? 😉

Und ich habe es immernoch nicht gelernt, mit Schuhe mit Stahlkappen auf Konzerten anzuziehen. Jedes mal. Wirklich jedes verfluchte Mal tritt mir irgendjemand gezielt auf den rechten Fuß. Mich wunderts ja, dass ich noch laufen kann… in den Schuh passe ich gerade so noch. Ansonsten gibt es lediglich ein paar blaue Flecken zu bekunden (kommt davon wenn man sich nie entscheiden kann ob man es entspannt angehen lassen will und sich deshalb weiter hinten/seitlich postiert, oder ob man sich doch mitten ins Gedränge stürzt. Ich mache immer beides…), einen kaputten Fuß und die Stimme ist so gut wie weg. Alles Opfer, die ich gerne für so ein verdammt geniales Konzert bringe.
Besser kann es gar nicht laufen und nach meiner längeren Konzertpause tat es gut, von einem mir bekannten „Tanzdiktator“ ‚geführt‘ zu werden.

FFM 2015? Bin ich dabei!

Anbei noch ein paar (mehr schlecht als rechte) Handyimpressionen:

Setlist:


Mehr
Glücklich
Ich gehöre nicht dazu
Am Strand
Unscharf
Porzellan
Petze
Krieg
Herz? Verloren
Augenblick
Die perfekte Diktatur
Wunderbar
Der ziemlich okaye Popsong
Phänomenal egal
Sonne
OK
Niemals
Die Leiche
Zehn
Pudelsong
Worte fehlen
Alle dasselbe
Gobi Todic
Trotzdem

Bewegungslos
Unter Wasser
Karten

Wo ist das Problem?
Abschiedslied
Zehn²
Dusche (1. Strophe)

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5 Kommentare zu „„Wie war eigentlich…?““

    1. Hehe, Jazzfäst war damals meine erste Livebegegnung mit FU (und den Ärzten). War sogar extra nach Berlin gepilgert… 🙂
      Aber toll zu sehen, was der Herr Urlaub mit seinen 50 Lenzen noch (auf der Bühne) abliefern kann. Nicht nur stimmlich wird er immer besser.

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  1. Fein, fein!
    Hast du die Fotos gemacht?

    Danke für die Playlist. Meine erste Frage wäre nämlich gewesen wie oft sie „Zehn“ gespielt haben. *lach*
    Beim letzten Mal waren es mindestens 2 Mal.^^

    Das mit nicht Chuck-igem Schuhwerk werde ich wohl auch nie lernen…ein Solidaritätshandschlag meinerseits.

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    1. Jepp, in den Verschnaufpausen kann ich es einfach nicht lassen…

      Einmal „Zehn“ hätte mir in der Sauna auch gereicht, aber ich möchte mich nicht beschweren 😛

      Darauf gebe ich einen aus. Muss mal eben schauen ob auf meinen Schuhen sowas wie ein Fadenkreuz prangt. Normal ist das wirklich nicht mehr…

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      1. Eigentlich wollte ich sagen, dass du dich schämen sollst, aber irgendwie habe ich eher Respekt, da du anscheinend eine unbeschädigte Kamera hast und doch tatsächlich eine Verschnaufpause bekommen hast.

        Das wird so toll. Oh yeah!

        Ich habe auch eine Veränderung in meinem Hirn bemerkt. Ich mochte nämlich nie Springerstiefer und auch kein DocMartens, doch jetzt mag ich coole Stiefel doch irgendwie heimlich. Lass uns gemeinsam im Internet shoppen^^

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