[Film] Stolz und Vorurteil (2005 FR/GB)

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„Es wundert mich nicht, dass sie nur ein halbes Dutzend solcher Frauen kennen. Dass sie überhaupt welche kennen, ist mir ein Rätsel.“

„Gehen Sie so hart mit ihrem Geschlecht ins Gericht?“

„So eine Frau ist mir nie begegnet. Und ich stelle mir solch eine Begegnung grauenhaft vor.“

An sich ist diese Verfilmung ein wundervoller Film und eine rührende Geschichte. Die Kostüme, die Besetzung, die Musik. Ein Portrait des Englands im 18. Jahrhundert. Eine Zeit, in der Frauen kaum eine Chance hatten, es sei denn, sie heirateten in eine wohlwollende Familie hinein. Und so ergeht es auch den Bennets.
Mrs. Bennet, Mutter von fünf Töchtern, hat sich eben dieses Ziel gesteckt. Sie möchte all ihre Schäfchen ins Trockene bringen und setzt alles daran, ihre Töchter zu verheiraten.

1
Die Bennet-Töchter (mitsamt Mutter)

Eine Geschichte, die von übermäßigem Stolz und Vorurteilen geprägt ist. Stolz, der nicht abgelegt werden will und Vorurteile, die seit der ersten Begegnung der beiden standhalten und nur mit Mühe überwunden werden. Mr. Darcy (hervorragend verkörpert von Matthew MacFadyen), der Kultivierte und stets abschätzig Dreinblickende und Elizabeth Bennet (Keira Knightley), eine stolze Frau niederen Standes, dafür aber schnell mit einem Urteil zur Hand. Schlagfertig und sie weiß was sie will. Das erste Aufeinandertreffen sorgt für einen Funkensprung, doch Zurückweisung, Stolz und Vorurteile lassen eine Beziehung in weite Ferne rücken. Und so beginnt ein unsichtbarer Kampf der Liebe, mit Höhen und Tiefen und einem wundervollen Ende.

Ein wunderbare Geschichte, eine noch schönere Zeichnung zweier zu sich hingezogener Menschen unterschiedlichen Standes. Aber die zwei Stunden Laufzeit zehren an den Nerven. Der Cast ist zum niederknien und bietet einige hübsche Überraschungen wie Donald Sutherland als Mr. Bennet oder Tom Hollander als den ärmsten Mr. Collins, jedoch gibt es vereinzelte Ausnahmen, die unnötig anstrengen. Die überschwängliche Mutter, die beiden Schwestern… zwar wird dadurch etwas aufgeregtes Leben in die Geschichte gepackt, aber es ist schlicht und ergreifend ermüdend, wenn sie mit ihren extrovertierten Zügen in Gespräche platzen oder von ihrer vermeintlich schönen Zukunft brabbeln, die vermutlich ohnehin keinen schätzbaren Stand haben wird.

2Aber die Liebe macht blind. In jeglicher Hinsicht. Und so ist dieser Tanz, dieses Umkreisen des jeweils anderen faszinierend. Wenn sie endlich über ihre Schatten springen, Stolz und Vorurteile ablegen und sich eingestehen, dass…
Hach, und endlich mal wieder ein alternatives Ende, das mir noch ein bisschen besser gefällt. Wenngleich es auch kitschig bis ins Mark ist…

Wäre die Verfilmung des Jane Austen Romans doch nur etwas kürzer und knackiger… nichtsdestotrotz bleibt eine Liebesgeschichte, die an so mancher Stelle wirklich nahe geht. Schön.

7/10 Punkte

PosterStolz und Vorurteil [Pride & Prejudice]
Jahr: 2005 FR/GB
Regie: Joe Wright | Drehbuch: Deborah Moggach
Cast:
Keira Knightley, Matthew Macfadyen, Talulah Riley, Rosamund Pike, Jena Malone, Carey Mulligan, Donald Sutherland, Brenda Blethyn, Claudie Blakley, Sylvester Morand, Simon Woods, Kelly Reilly, Rupert Friend, Judi Dench, Tom Hollander, Tamzin Merchant

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10 Kommentare zu „[Film] Stolz und Vorurteil (2005 FR/GB)“

  1. Meiner Meinung nach ist die Verfilmung sehr gelungen – hält sich auch nahe am Buch, das ich vor einigen Jahren mal gelesen habe. Schon spannend zu sehen, was Frauen denken. 😉
    Auch wenn die Austen-Fans sagen, dass es keinen besseren Mr. Darcy als Colin Firth gibt (war glaub ich eine TV-Produktion in den 90er Jahren). Und deswegen würde die 2005er Version nicht mithalten können. Tja…

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    1. Vom Buch habe ich nur gehört dass es sehr anstrengend zu lesen sein soll, daher kann ich zur Adaption schlecht was sagen. Diese Verfilmung fand ich zuweilen auch etwas zäh, aber hach… egal. 😉
      MacFadyen gefiel mir in dieser Version sehr sehr gut, Firth kann ich mir in der Rolle aber auch gut vorstellen. Sind eben sehr ähnliche Charaktere, mit dem leichten Hauch zur Melancholie, was zu dieser Rolle einfach verdammt gut passt.

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  2. Ich finde zwar Colin Firth als Mr. Darcy in dem Mehrteiler auch zum Niederknien, aber mir hat diese kürzere Verfilmung (auch wenn sie dir zu lang vorkam) – und MacFadyen – auch sehr gut gefallen. Keira passt auch perfekt in diese Rolle!

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  3. Mir persönlich hat ja der Film sogar besser gefallen als das Buch. Gut, ich war glaub ich 15 oder so als ich es gelesen hab und fand es hatte unglaubliche Längen… Da war der Film so schön kurz und prägnant^^ wahrscheinlich werde ich wegen dem Post hier von meinen Mitstreiterinnen gelyncht^^

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