[Filme] Das Waisenhaus & Mirrors

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Wenn der Horror zweimal klopft:
Statt wie üblich nur einen Text gibt es heute mal zwei. Dafür sind diese auch knapp gehalten.
Und die zweite Überraschung: Sie sind dem Horrorgenre zuzuordnen. Denn es handelt sich um den spanischen Gruselfilm Das Waisenhaus & Alexandre Ajas Mirrors.

Das Waisenhaus

Ihr wisst ja, ich bin was solche Gruselfilmchen angeht, echt an der Grenze zur Pussy angesiedelt. Da war es irgendwie unklug, dass ich Das Waisenhaus mitten in der Nacht gesehen habe…

Ein reinrassiger Horrorfilm ist es zwar nicht, dafür zieht der Grusel ausgezeichnet. Hier wird auf etwaige Jumpscareattitüden verzichtet, stattdessen hat man stets das Gefühl, das Unheimliche liege unabdingbar in der Luft. Und dabei greift die Inszenierung ungemein: Eine leicht unterkühlte Atmosphäre, die jedoch nicht fröstelt und eine wirklich unaufgeregte Kameraführung sorgen für eine Anspannung, der man sich nicht entziehen kann. Allein die behutsamen Kameraschwenks lassen immer etwas erwarten, doch allzu offensichtlich macht es uns die Regie von Ruan Antonio Bayona nicht.
Einzig die Handlung hätte für meine Geschmack etwas mehr Pfiff, sowie Geschick vertragen können. Sie wirkt zuweilen etwas arg um unnötige Schauwerte bemüht, die es gar nicht gebraucht hätte. Allerdings bügelt die handwerkliche Finesse sowie die wirklich tolle Hauptdarstellerin Belén Rueda das meiste wieder aus

6/10 Punkte

Das-Waisenhaus-PosterDas Waisenhaus [El orfanato]
Jahr: 2007 MEX/ESP
Regie: Juan Antonio Bayona | Drehbuch: Sergio G. Sánchez
Cast:
Belén Rueda, Fernando Cayo, Roger Príncep, Montserrat Carulla, Geraldine Chaplin, Edgar Vivar, Mabel Rivera, Andrés Gertrúdix

Mirrors

Alexandre Aja hat mit seinem Remake Mirrors einen ungemein stilvollen und atmosphärischen Grusel geschaffen.

Das Set des alten Kaufhauses strahlt förmlich ein permantes Unwohlsein aus und der Horror mit den Spiegeln wird nie zu ausufernd eingefangen. Stattdessen lässt Aja die Kamera gefühlvoll durch das verwinkelte Gebäude schweifen, wodurch selbst eine Schaufensterpuppe kritisch und paranoid beäugt wird und ein abgewandtes Spiegelbild am Nervenkostüm reißt. Und wer bekommt nicht leichte Panik, wenn man einen Handabdruck auf einem Spiegel entdeckt, der sich weder wegwischen, geschweige denn nachvollziehen lässt?

Kiefer Sutherland als gebrochener Mann liefert eine unerwartet glaubwürdige Performance ab und macht dadurch das Unerklärliche noch greifbarer. Er könnte ruhig öfters in solchen subtilen Gruselstreifen mitwirken…der Rest hingegen bleibt beim soliden Mittelmaß hängen.

Leider ist mir das Ende der an sich spannenden Handlung zu uninspiriert und eintönig geraten, was dem sonst so gelungen Film nicht gerade zuträglich ist. Denn dort wird einem die aufgesparte Showdownessenz entgegengeworfen, die es so gar nicht gebraucht hätte und die Atmosphäre unnötig unter dem Effektballast begräbt. Hätte sich Ajas doch nur was getraut und wäre weiter auf der subtilen Schiene weitergefahren…

Für zwischendurch macht Mirrors durchaus was her und steigert das Interesse am nächsten Werk des Franzosen. Vielleicht sollte ich mich nun endlich an Maniac ranwagen.

6,5/10 Punkte

Mirrors [MIRЯORS]Mirrors-Poster
Jahr: 2007 US
Regie: Alexandre Aja | Drehbuch: (+) Grégory Levasseur
Cast:
Kiefer Sutherland, Paula Patton, Amy Smart, Cameron Boyce, Erica Gluck, Jason Flemyng, Julian Glover, Mary Beth Peil

 

Kurze Zwischenfrage: Interessieren euch diese knappen Texte auch, oder seid ihr wählerisch und bevorzugt doch eher das ausformulierte? Ich überlege tatsächlich, immer mal wieder zwei, drei thematisch zusammenhängende Filme zusammenzupacken, wenn mir partout nicht mehr Worte einfallen wollen.

 Bilder via scary-movies.de; movies.film-cine.com

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7 Kommentare zu “[Filme] Das Waisenhaus & Mirrors”

  1. Ich mochte beide Filme, fand jedoch „Das Waisenhaus“ bedeutend stärker. Hatte meiner Meinung nach die fesselndere Geschichte und war in der letzten Konsequenz tragischer. „Mirrors“ war zu sehr Effektkino, als solches aber wirkungsvoll.

    Gefällt 1 Person

    1. „Das Waisenhaus“ war für mich fieser, weil ich ständig auf einen Schockmoment gewartet hatte. Allerdings gab es ein zwei Dinge, die ich nicht gebraucht hätte. SPOILER
      Bspw. der Trip in die Stadt, als die Frau vom Laster überfahren wird.
      SPOILER ENDE
      Tragisch ist die Geschichte in der Tat, auch das Ende weiß zu gefallen. Aber irgendwie… hatte ich mir dann doch mehr erhofft. Allerdings war die Aufmachung in beiden Filmen wirklich stark, von der angespannten Atmosphäre nehmen sie sich nichts.

      Gefällt 1 Person

  2. Ich finde die komprimierten Texte gut! Zwar kann ich mich selber schlecht kurzfassen, aber ich schrecke manchmal vor zu langen Artikeln zurück (inkonsequent … ich weiß -_-“).
    Und du hast ja auch in der Kürze gut erklärt wie die Filme sind!
    Das Waisenhaus habe ich, glaube ich, noch nicht gesehen. Oder doch? Oder nicht? ich bin mir gerade unsicher, muss mal die Trailer schauen.
    Bei Mirros war ich aber extrem von der Auflösung enttäuscht. Der Anfang und das Ende und alles haben mich enorm geflasht, aber der Grund für den Spuk – der fiel für mich extrem aus der Rolle und wirkte irgendwie sehr seltsam. Das Original möchte ich aber noch sehen…

    Und bei dem umgedrehten R in Mirrors machen es die Produzenten den Bloggern und Vertrieben und Kinos etc, ganz schön schwer 😄 Es sei denn Wikipedia oder so ist so nett einem den Font kopier-fertig zu liefern 😄

    Gefällt 1 Person

    1. Vielleicht halte ich sie bei, damit lässt sich viel schneller diskutieren, weil solche Texte meistens auch komplett gelesen werden… :p

      Mit den langen Texten geht es mir manchmal auch so, oder ich bekomme zu einem Film einfach nicht genug Worte raus. Dann ist da aber der Drang, unbedingt etwas dazu schreiben zu müssen wieder so groß. Ein waschechtes Dilemma also.

      Das Ende von „Mirrors“ ist aber auch ärgerlich. Damit wurde das ganze sorgfältig aufgebaute Handlungsgerüst mit der hollywood’schen Abrissbirne niedergerissen. Sowas nervt.

      Я 😉

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