31 Tage – 31 Filme: Tag 5

Tag 5 – Welcher Film erinnert dich an jemanden?

Da gibt es so einige. Cloverfield erinnert mich an meinen damals besten Freund, mit dem ich regelmäßig ins Kino ging und genauso denke ich an ihn bei WAR, den wir uns vor zig Jahren kurz vor offiziellem Erscheinen als wirklich mäßige selbstgebrannte CD-Version (die 700 MB waren nicht mal komplett belegt…) angeschaut haben. Muss jetzt nicht sagen, dass wir beide danach knallhart zu Jason Statham– und Jet Li-Fans wurden. 😉 Aber es sind zwei andere Filme, an die ich immer etwas wehmütig zurückdenke. Die Rede ist von:

Duck and Cover & Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte die Bombe zu lieben

Das kennt ihr doch sicherlich auch alle zu Genüge: Die letzten Stunden vor Schuljahresende. Irgendwie muss man ja die Zeit totschlagen und in Physik macht man meist irgendwelche Nonsensexperimente, die einem unnützes Wissen greifbar vermitteln. Mein damaliger Lehrer (einer der lässigsten überhaupt), kam in den letzten beiden Stunden dann mit diesem Film von Stanley Kubrick um die Ecke. Selbst als Laie hatte man mal mindestens von 2001: Odyssee im Weltraum oder The Shining gehört, aber von Dr. Strangelove? Nope. Um uns Schüler aber in die richtige Stimmung für den Film zu bringen, zeigte uns der Lehrer noch kurz vorher den amerikanischen Propagandafilm Duck and Cover, in welchem eine Schildkröte(!) der amerikanische Bevölkerung das Verhalten im Falle eines atomaren Schlages gegen die USA erläutert. Die Devise: Duck and cover, nicht in den Lichtblitz schauen und im günstigsten Falle gegen den Bordstein lehnen. Am glücklichsten wären aber alle Schildkröten… So skurril das auch klingen mag, so ernst war es der Regierung mit solchen Filmen auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges. Und dann kommt Stanley Kubrick 1964, nur zwei Jahre nach der Kubakrise, auf die Idee, eine Satire über nukleare Abschreckung und den Kalten Krieg im Allgemeinen zu drehen. Nachdem wir also dank Duck and Cover den damaligen Zeitgeist etwas verinnerlicht hatten, war der Genuss der beißenden Satire mit dem grandiosen Peter Sellers als Dr. Strangelove noch viel intensiver. Selbst als es zur Pause läutete, blieben alle brav bis zum Schluss sitzen, so gepackt hatte uns diese Filmperle.

Als ich letztens im Elektrofachhandel plötzlich die schicke Steelbookversion von Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte die Bombe zu lieben in den Händen hielt, da konnte ich mir das Grinsen nicht verkneifen. Gedanklich befand ich mich wieder im Klassensaal und schaute mit der munteren Truppe genau diesen Film. Ironischerweise mussten der Lehrer und ich zudem beide feststellen, das wir nebst ähnlichem Filmgenuss auch mit größter Begeisterung die Bethesdaspiele Fallout 3, sowie New Vegas gezockt haben…
Ach, das waren noch Zeiten… aber warum zum Teufel habe ich den Film nicht mitgenommen?! Muss ich wohl noch nachholen, denn auf den hätte ich mal wieder so richtig Laune, genauso wie auf eine Filmkritik dazu.

Die restlichen Tage findet ihr hier in einer Übersicht.

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10 Kommentare zu “31 Tage – 31 Filme: Tag 5”

    1. Der Lehrer war auch eine echt coole Socke.
      Mit den Filmen von Kubrick tue ich mich relativ schwer. Aber Dr. Seltsam ist so bitterbös und zynisch, dass es unglaublich viel Spaß macht. Ist mMn auch einer der zugänglichsten seiner Filme. Würde an deiner Stelle mal reinschauen. 😉

      Gefällt 1 Person

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