[Serie] Hellsing Ultimate OVA VIII (2011 JP)

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Wie viele Formen des Wahnsinns existieren eigentlich? Geht man nach Hellsing Ultimate, so wären es bisher gefühlte acht. Jede OVA durchleuchtet eine neue Facette dieses Hochgefühls, dem vorrangig machtbesessene Menschen zu verfallen scheinen. Und Monster. Da ist es schon eine Kunst für sich, diesem Wahnsinn Teil für Teil ein neues Gesicht zu verleihen.

Handlung

Es fügen sich nun alle Puzzleteile zusammen, der sprichwörtliche Schmelztiegel London wird Schauplatz einer Schlacht, die vom Wahnsinn getrieben wird und allmählich ihren Höhepunkt erreicht. Nazis, Katholiken, Alucard. Sie alle verfolgen ihre eigenen Ziele, doch nicht immer ist alles so, wie es scheint. Und so muss Pater Andersen eine schwerwiegende Entscheidung treffen…

Die Serie

Mit OVA VIII ist nun endlich die Folge erschienen, auf die man klammheimlich schon seit der letzten drei Episoden gewartet hat. Denn nun kommt alles zusammen. Alucard ist zurückgekehrt, Erzbischof Enrico Maxwell entfesselt den 9. Kreuzzug gegen das letzte Bataillon des Majors und Pater Andersen verfolgt seine ganz eigenen Pläne.
Man hat ja immer etwas Angst, dass man sich beständig wiederholt, wenn man über die einzelnen Teile dieser Anime OVA schreibt. Und in gewisser Weise ist das auch so. Es gibt viele unterschiedliche Charaktere die alle ihre eigenen Wege gehen, in beinahe jedem Teil wird eine gewaltige Schlachtplatte serviert, und und und. Und doch schaffen es die beteiligten Studios aus der Mangavorlage von Kohta Hirano immer wieder etwas neues hervorzuzaubern, sodass gar keine Langeweile aufkommen kann. Schlicht und ergreifend.

Die Linie der vorigen Folge wird weitergeführt und neben der primären Gewaltorgie wird uns das Seelenleben so mancher Figur offenbart. Auf Wegen, die mitunter überraschen, auf Wegen, die die Neugier entfachen. Und erstaunlich oft darf sich hier gedacht werden: „Was zum Teufel?“. So reich an Twists kennt man diese Serie ja gar nicht, was sehr im Interesse des Zuschauers liegen dürfte. Noch immer kennt man nicht die letzten Details, noch immer spart sich die Serie manche Information für die letzten beiden Teile auf. Doch jetzt hat man Blut geleckt, jetzt darf sich händereibend auf das große Ganze eingelassen werden, auf das so lange hingearbeitet wurde. Und doch erreicht diese OVA einen Höhepunkt, der sich nur schwer zu überbieten lassen scheint. Es wird aufs ganze gegangen, alle spielen sie mit offenen Karten. Und doch… und doch… wird man das Gefühl nicht los, ein kleiner Funken, ein kleines Stückchen Information sei der Schlüssel zum gesamten Mysterium, welches die Serie von Beginn an umgibt.

Die Geschichte steht wieder im Mittelpunkt und wird mit neuem Material gefüttert. Der Mantel Alucards scheint sich allmählich zu lüften…

Das Handwerkliche

Zum dritten Mal wechselt das Studio und man muss schon ganz genau hinsehen, um die Unterschiede zu erkennen. Qualitätseinschränkungen bietet die Kooperation der beiden Animationsstudios Kelmadick & Graphinica (Terror in Tokio) jedenfalls nicht, die Zeichnungen sind detailreich und gewaltig und auch das Spiel mit den Reflektionen bspw. in Brillengläsern wird fortgeführt. Auffällig ist jedoch der hakelige Animationsstil der Laufbewegungen, bei denen auf so manchen Zwischenschritt verzichtet wird. Das dürfte allerdings weniger verwundern, wenn man sich die gesamte Folge ansieht, die speziell in den Bewegungsabläufen sehr viel Arbeitsaufwand gekostet haben dürfte, auf das ich zwecks Spoiler nicht näher eingehen möchte. Ganz im Gegensatz zu den actiongeladenen Kampfszenen, die übersichtlich gestaltet sind und mit flüssigen Bewegungsabläufen punkten können. Es muss sich also keine Sorgen gemacht werden, dass das alles ruckelt und zuppelt. Keinesfalls. Stattdessen überraschen die Studios mit einem glanzvollen Auge, wenn es um die Animation des Einzelnen in einer Gruppe geht, oder der Zeichenstil im Allgemeinen. Gerade in den Szenen mit Alucard lassen es sich die Zeichner nicht nehmen, der Mangavorlage Tribut zu zollen, indem manche Szenen wie aus einem Panel der Vorlage entliehen zu sein scheinen. Es passt zu der Art, wie sich diese OVA handwerklich verdingt und bringt immer mal wieder Ruhe in das hektische Geschehen, einzig und allein dank dieser kurzen Augenblicke, in denen man den Zeichenstil beinahe schon in Standbildern bewundern kann.

BD/DVD-Verwertung

Wenn es einen Grund gibt sich zu wiederholen, dann bei der Heimauswertung. Die OVA erscheint wie gehabt im edlen Artbook mit entfernbaren FSK-Aufkleber und einem eingefügten Booklet, welches sich den beiden Mitgliedern Iscariots annimmt: Pater Alexander Andersen, der auch auf dem Cover prangt, sowie Erzbischof Enrico Maxwell. Eine Seite mit Keywords und ihren ausführlichen Erklärungen ist ebenfalls wieder dabei und auch ein Interview mit einem der Beteiligten. Hier trifft es den CGI-Regisseur Hiroshi Shirai (ehemals bei GONZO tätig), was einen wirklich lesenswerten Einblick in die Arbeitsmethodik der Künstler liefert. Denn nicht immer ist klar, was gezeichnet und was animiert werden soll, wofür welches Team sinnvoll eingesetzt wird und wie sich um kleine aber feine Details in den jeweiligen Bereichen gekümmert wird. Gerade bei dieser Episode, die in einigen Elementen nur so vor ansehnlicher CGI strotzt, ist das eine spannende Einsicht, ebenso, wie viel Arbeitsaufwand hinter einer einzigen OVA überhaupt steht.
Die Disc selbst bietet wieder die deutsche und japanische DTS-HD-MA 5.1 Tonspur, deutsche Untertitel sind wahlweise zuschaltbar. Als Extra befindet sich das blanke Ending, welches hier in gekonnter Comicreliefmanier Pater Andersen in Aktion zeigt und endlich mit der fusionjazzigen Musik des ursprünglichen Serienkomponisten Yasushi Ishiis untermalt wird.

Fazit

Endlich sind sie alle wieder vereint. Zumindest im übertragenen Sinne, denn tatsächlich stehen sich nun alle Parteien gegenüber. Der Morgen naht und doch ist der letzte Kampf noch nicht ausgefochten. Mit großen Schritten stürmt Hellsing Ultimate nun auf sein großes Finale zu, verleiht nicht nur dem Wahnsinn sondern auch der Geschichte immerzu neue Aspekte und nimmt dem Zuschauer so die Angst, sich an den ständigen Actionszenen satt zu sehen. Das große Mysterium Alucard scheint bald gelüftet zu werden.

OVA I: 7,5/10 Punkte
OVA II:  8/10 Punkte
OVA III: 8/10 Punkte
OVA IV: 9/10 Punkte
OVA V: 10/10 Punkte

OVA VI: 6,5/10 Punkte
OVA VII: 10/10 Punkte
OVA VIII: 10/10 Punkte

Hellsing-Ultimate-OVA-VIII---CoverHellsing Ultimate OVA VIII
Jahr: 2011 JP
Genre: Action, Horror, Military, Seinen, Supernatural, Vampire
Regie: Yasuhiro Matsumura | Drehbuch: Hideyuki Kurata
Animationsstudio: Kelmadick & Graphinica
Sprecher (orig. – deutsch):
Alucard – Jouji Nakata – Torsten Münchow
Seras Victoria – Fumiko Orikasa – Shandra Schadt
Schrödinger Ryouko Shiraishi
Der MajorNobuo Tobita – Gerhard Jilka
Sir Integra HellsingYoshiko Sakakibara – Simone Brahmann
Alexander AndersenNorio Wakamoto – Oliver Stritzel
Enrico MaxwellHideyuki Tanaka – Matthias Klie

Logo via Screenshot
© 2006 Kouta Hirano SHONEN GAHOSHA Co. LTD. / WILD GEESE

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3 Kommentare zu „[Serie] Hellsing Ultimate OVA VIII (2011 JP)“

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