Maquia – Eine unsterbliche Liebesgeschichte (2018 JP)

Eine Jahrzehnte überspannende Geschichte über Leben, Tod und das starke Band der Mutterschaft.

Maquia ist eine Iorph, ein Legendenwesen, dessen Lebensspanne mehrere Jahrhunderte überdauert. Sie leben abseits der Menschen und weben Hibiol-Tücher, die als Chronik der vergehenden Zeit dienen. Nach einem Angriff durch machtgierige Menschen wird das Volk der Iorph zerstreut und Maquia findet auf der Flucht ein Findelkind. Ohne zu zögern nimmt sie sich dem Kleinen an und zieht es groß. Entwickelt sich ein unerschütterliches Band zwischen Mutter und Sohn?

Maquia – Eine unsterbliche Liebesgeschichte hatte einen imposanten Trailer, von dem leider absolut nichts übrig blieb. Der Film bietet so viele narrative Schwächen, dass es außerordentlich schwer fällt, Sympathien zu den Figuren aufzubauen. Was hier umso schwerer wiegt, möchte Maquia doch über die Spanne eines Menschenlebens (und darüber hinaus) eine Geschichte von ewiger Verbundenheit erzählen.

Die unzähligen Zeitsprünge und Ellipsen innerhalb der Erzählung ergeben selten einen kohärenten Sinn und lassen gar keine Zeit für Überlegungen, warum eine Person in Zeit A von Ort B nach C wechselt. Es fehlt vielerorts an Erklärungen und in sich geschlossenen Ereignissen, welche den Film zu einer narrativen Katastrophe verkommen lassen.
Die Charakterausbildungen der Nebenfiguren leiden natürlich auch unter dieser Inkohärenz, denn ihre Beweggründe werden lediglich angerissen und die meiste Zeit als Fakt betrachtet, während der Zuschauer gar nicht wissen kann, warum die Figuren so handeln, wie sie es tun. Es gibt trotz vieler Konfliktfelder (etwa die Machthungrigkeit und Rücksichtslosigkeit der Menschen) keinen wirklichen Antagonisten, welcher dieser Erzählung einen roten Faden hätte verleihen können. Derjenige, der dieser Rolle am nächsten kommt, wird so unsäglich wenig charakterisiert, dass man ihn genau genommen auch gänzlich aus der Geschichte hätte rauslassen können – was dem ganzen Film einen umhin sehr dünnen Nebenplot erspart hätte. Ein Nebenplot, der so lieblos und unzusammenhängend inszeniert ist, dass es sinnbildlich für den gesamten Anime ist.

Es wirkt ganz so, als wüsste Maquia nicht, wie er seine gar nicht so verkehrte Botschaft über die Beziehung von Mutter und Kind übermitteln soll. Mit der Protagonistin Maquia, die sich um das Findelkind kümmert und so zu einer Mutterfigur wird, tat ich mich enorm schwer. Denn mit ihrer kindlichen Naivität kam ich überhaupt nicht zurecht. Zwar ist diese Naivität von der Geschichte vorgegeben und genau darum geht es im Film auch, aber das Fehlen sämtlicher Hintergrundinformationen zu ihrer Figur und warum sie so empfindet wie sie es tut, lassen mich nur mit den Achseln zucken. Denn ein Fundament für ihre Empfindungen gibt es nicht. Der Film ist sehr gut darin, seine Botschaft plakativ zu gestalten und all das zu erklären was man sieht, nur um das zu ignorieren, was nicht sichtbar ist.

Auch inszenatorisch bleibt Maquia weit hinter heutigen Industriestandards zurück. P.A. Works liefern in diesem Originalwerk langweilige standardisierte Figurendesigns ab und viele Bewegungsabläufe wirken viel zu steif und alles andere als flüssig. Ein Großteil des Budgets dürfte in die malerischen Hintergründe geflossen sein, denn hier deutet sich an, was hätte möglich sein können. Die Details in den Städten wirken durchaus beeindruckend. Ebenso beeindruckend ist der Soundtrack von Kenji Kawai (Ghost in the Shell), der es als einziger in diesem Film versteht, Emotionen zu vermitteln.

Letzten Endes kann ich die vielen vielen positiven Stimmen zu Maquia – Eine unsterbliche Liebesgeschichte nicht nachvollziehen. Inszenatorisch und erzählerisch ist der Film absolut nicht ausgereift. Ein Drama, dessen Figuren man weder nachvollziehen noch nachfühlen kann, ist leider nicht viel wert.

3/10

Maquia_Eine_unsterbliche_Liebesgeschichte_Poster[Sayonara no Asa ni Yakusoku no Hana wo Kazarou, さよならの朝に約束の花をかざろう]
Jahr: 2018 JP | Laufzeit: 145 Minuten
Genre: Drama, Fantasy
Studio: P.A. Works
Drehbuch & Regie: Okada Mari
Cast:
Iwami Manaka, Irino Miyu, Kayano Ai, Sugita Tomokazu, Kaji Yuki, Hosoya Yoshimasa, Hirata Hiroaki, Satou Rina

[Bilder © Universum Film]

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