Archiv der Kategorie: Drama

[Film] Arrival (2016 US)

Ich muss die folgende Review etwas subjektiver als üblich gestalten… bitte habt Nachsicht. Auf Denis Villeneuve ist Verlass. Seine Filme sind für mich jedes Mal eine Überraschung für sich: Vom wider Erwarten nicht zünden wollenden Prisoners, zum persönlichen Ausnahmefilm 2016 Sicario hin zum Mindfuck par Excellence Enemy, der mir ja völlig Latte war. Ja. Denis Villeneuve ist einer dieser Regisseure, bei denen ich im Vorfeld nie weiß, was ich bekomme, aber trotzdem so angespornt bin, die Filme dennoch zu sehen. So auch Arrival, bei dem ich mich richtig geärgert habe, ihn nicht im Kino gesehen zu haben. Und das auch noch immer tue. Obwohl…

Die Handlung dürfte hinlänglich bekannt sein:
12 Raumschiffe landen willkürlich (naja, nicht wirklich) auf der Erde. Um zu erfahren, was die extraterrestrischen Wesen von der Menschheit wollen, zieht das amerikanische Militär (u.a. Forest Whitaker) die Sprachwissenschaftlerin Louise Banks (Amy Adams), sowie den theoretischen Physiker Ian Donelly (Jeremy Renner) hinzu…
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[Film] Die Taschendiebin (2015 KR)

Endlich. Endlich ist er da: Der gelungene Einstieg in das Kinojahr 2017. So viel sei vorwegzunehmen, denn auch wenn Die Taschendiebin bei weitem nicht perfekt ist, so ist es doch zumindest wieder ein richtiger (und wichtiger) Schritt zu sehen, wie Park Chan-wook wieder zu alter Stärke zurückgefunden hat.

Im Korea der 1930er Jahre, zu Zeiten der japanischen Besetzung, wird Sook-Hee (Kim Tae-ri) als Hausmädchen für die japanische Hausherrin Hideko (Min-hee Kim) angestellt, welche ein abgeschiedenes Leben fernab der Stadt führt und unter dem dominierenden Einfluss ihres Onkels lebt. Was nur niemand ahnt: Sook-Hee verfolgt einen Plan, der eine ganze Reihe unvorhergesehener Ereignisse ins Rollen bringt…
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[Film] Battle Royale (2000 JP)

Ich bin von Grund auf ein netter und aufgeschlossener Mensch. Das ist ja allgemein bekannt… wie dem auch sei. Im Folgenden möchte ich eine Ansicht zu Kinji Fukasakus Verfilmung von Battle Royale korrigieren, die ich bisher polternd und vehement vertreten habe.

Nicht nur einmal habe ich gepredigt, wie schlecht der Film ist, wie die Hauptessenz der Romanvorlage von Koushun Takami durch die plakative Umsetzung verloren ging. Jetzt, mit genügend Abstand zum Buch, sehe ich das anders, wenngleich die damals geübte Kritik weitestgehend bestehen bleibt. Paradox? Wartet ab.

Battle Royale. Einer der japanischen Kultfilme, die Satire bis zum Anschlag durchgezogen und natürlich richtig schön explizit in seiner Darstellung. Ein dystopisches Japan in ferner Zukunft, in welchem der so genannte „Battle Royale-Act“ verabschiedet wurde, um gegen die hohe Jugendkriminalität und Arbeitslosenquote vorzugehen. Jedes Jahr wird eine 9. Klasse via Zufall ausgewählt, die sich auf einem isolierten Island mit zum Teil barbarischen Mitteln gegenseitig töten muss, bis am Ende nur noch einer übrig bleibt. Dieses Schicksal trifft in diesem Jahr den Mittelstufenschüler Nanahara Shuya (Tatsuya Fujiwara) mitsamt seiner Klasse… [Film] Battle Royale (2000 JP) weiterlesen

[Film] Baise-moi (FR 2000)

Baise-moi (dt: Fick mich!) oder auch: der peinliche Versuch, mit französischer Kaltschnäuzigkeit zur Provokation aufzurufen.

Regisseurin Virginie Despentes legt ihrem Werk eine pessimistische Weltsicht zweier Frauen zu Grunde, die sich in einer von triebgesteuerten Männern dominierten Welt zurechtfinden müssen. Als Milieustudie beginnend, begleitet der Zuschauer Manu (Raffaëla Anderson) und Nadine (Karen Bach), die im Laufe der Handlung aufeinandertreffen. Die eine von einer Bande vergewaltigt, die andere mit ansehend, wie ihr Freund kaltblütig erschossen wurde. Fortan beschließen die beiden Fremden gemeinsame Sache zu machen und sich an der Welt zu rächen… [Film] Baise-moi (FR 2000) weiterlesen

[Film] The Sea of Trees (2015 US)

Ja, das Leben kann stellenweise schon ziemlich gemein sein. Unerträglich sogar, und das aus den verschiedensten Gründen. Verlust, Demotivation, verkappte Beziehungen, verpasste Chancen; die Liste ließe sich endlos weiterführen.
In Gus van Sants Drama The Sea of Trees beschließt Arthur (Matthew McConaughey) mit seinem Leben abzuschließen und reist dafür nach Japan, genauer gesagt nach Aokigahara, einem Waldgebiet, in dem sich jährlich mehr als einhundert Menschen das Leben nehmen. [Film] The Sea of Trees (2015 US) weiterlesen

[Film] Das Jerico-Projekt: Im Kopf des Killers (US 2016)

Ja, es gibt einen Grund, warum dieser Actionflic kaum beworben wurde und weitestgehend unter dem Radar flog. Nein, das trägt dem Film keine Rechnung. Dennoch ist und bleibt Das Jerico-Projekt: Im Kopf des Killers von Regisseur Ariel Vromen weder Fisch, noch Fleisch.

Dank der Forschung Doctor Franks (Tommy Lee Jones) ist es möglich, die Erinnerungen Verstorbener auf Lebende zu übertragen. Diese Technik nutzt CIA-Leiter Quaker Wells (Gary Oldman), um die Erinnerungen einer seiner toten Agenten zu extrahieren und in den ohne Moral Empfindenden Knasti Jerico Stewart (Kevin Costner) einzupflanzen. In der Hoffnung, so den Anarchisten Xavier Heimdall (Jordi Mollà) zu stoppen, der eine Backdoor jagt, um Zugriff auf das amerikanische Waffensystem zu erlangen.
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[Film] Infernal Affairs III (2003 HK/CH)

Mit dem abschließenden dritten Teil von Infernal Affairs schließt auch die Besprechung der Trilogie. Da sich die Handlung nach dem Ende von Teil 1 abspielt, warne ich vor Spoilern zu Infernal Affairs I! Außerdem bespreche ich den rund 17 Minuten längeren Director’s Cut.

Wer in Teil 2 bereits mit der komplexen Struktur gehadert hat, der wird mit Infernal Affairs III vor eine harte Geduldsprobe gestellt. Denn nun wird es wirklich verzwickt: [Film] Infernal Affairs III (2003 HK/CH) weiterlesen

[Film] Infernal Affairs II (2003 HK/CN/SGP)

Und weiter geht es mit meiner Besprechung der Infernal Affairs – Trilogie. Spoilerfrei!

Infernal Affairs II – Abstieg in die achte Hölle. Das Sequel, das als Prequel dient und trotzdem eine weitestgehend eigenständige Handlung verfolgt. Es wird darauf verzichtet, bereits bekanntes unnötig wiederzukäuen, um diese kostbare Zeit stattdessen für Charakterentwicklungen und neue Handlungswege zu sichern. Dabei wird schnell klar: Infernal Affairs war nur der Anfang.
Erst mit dieser Quasi-Fortsetzung lernt man den Vorgänger noch mehr zu schätzen, wenn man als Zuschauer gemeinsam mit Yan (jetzt: Shawn Yue) und Lau (Edison Chen) in deren persönliche achte Hölle abtaucht. Es wird der Weg aufgezeigt und was sie zu tun gezwungen waren, um ihre Positionen innerhalb der Polizei oder der Triaden überhaupt erst zu erhalten. Wie bittere Entscheidungen mit ihren weitreichenden Konsequenzen, die sie auch rund 5 Jahre später noch zu spüren bekommen sollen, getroffen und welche Opfer gebracht wurden. Und da gibt es einiges an neuem zu entdecken. [Film] Infernal Affairs II (2003 HK/CN/SGP) weiterlesen