Archiv der Kategorie: Japan

The Kirishima Thing (2012 JP)

Japanuary #5

Na vielleicht klappt es noch, mit den acht geplanten Filmen! Mit The Kirishima Thing geht es jedenfalls munter weiter. Und das, obwohl ich mit Funuke Show Some Love You, Loser! erst einen anderen Film in der Planungsliste hatte… Aber wo kämen wir denn da hin, wenn ihr nochmal über etwas lest, über das ich vor einiger Zeit schon einmal schrieb?

Wie es der Zufall so wollte (und nein, ich hatte vorher nicht nachgesehen), handelt es sich jedoch in beiden Fällen um den selben Regisseur: Yoshida Daihachi. Während Funuke einen galligen Humor bedient, liefert Yoshida fünf Jahre später eine gänzlich andere Gangart ab. Aber worum geht es in The Kirishima Thing?

Es ist ein gewöhnlicher Schultag, mit der Ausnahme, dass Kirishima, der Starathlet des Volleyballclubs, nicht in der Schule erscheint. Keiner weiß warum, keiner weiß wo er sich rumtreibt, oder wie er zu erreichen ist. Er ist spurlos weg. Was zunächst für leichte Unruhe sorgt, entwickelt sich zu einem spannungsgeladenen Portrait einer japanischen Schulklasse.  The Kirishima Thing (2012 JP) weiterlesen

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[Film] Adrift in Tokyo (2007 JP)

Japanuary #4

“Happiness creeps into you so quietly you don‘t notice… but misfortune arrives very abruptly.”

Stell dir vor, du wärst eine ambitionslose, arme Sau und lebst in deiner Süffbude vor dich hin. Während du über eine volle Zahnpastatube philosophierst, klopft ein Schuldentreiber an deine Tür und fordert einen unbezahlbaren Geldbetrag von dir. Du hast keine Verwandten und auch sonst niemanden, der dir aus der Patsche helfen kann. Da bietet dir der Typ plötzlich eine Million Yen an. Was du dafür tun musst? Mit ihm durch die Straßen Tokios spazieren. Für was entscheidest du dich?

Adrift in Tokyo ist eigentlich der perfekte Film für den Japanuary. Wer Fernweh nach Tokio hat, der muss sich bloß diesen schmalen Indiestreifen von Miki Satoshi ansehen und schon steckt man in den verwinkelsten Gassen der Millionenmetropole. [Film] Adrift in Tokyo (2007 JP) weiterlesen

[Film] your name. (2016 JP)

Japanuary #3

Regeln sind dazu da, um gebrochen zu werden. Listen offenbar ebenfalls, denn ich wollte ursprünglich nur zwei Animationsfilme in meine Japanuary-Liste aufnehmen. Durch einen unglücklichen Zufall* gesellt sich nun mit Your Name. – Gestern, heute und für immer der Dritte in die Runde, den ich doch noch im Kino sehen durfte. Und was bin ich froh, den nicht auf der heimischen Glotze gesehen zu haben, sondern im angemessenen großen Rahmen!

your name. von Shinkai Makoto ist der erfolgreichste japanische Animationsfilm aller Zeiten und sprengte das heimische Boxoffice. Auch die DVD- und Blu-ray-Absätze, sowie die TV-Quoten brachen sämtliche Rekorde. Der Hype um dieses Werk ist wirklich noch immer ungebrochen und das, obwohl der Film nun schon eineinhalb Jahre auf dem Buckel hat. Soll heißen: Jeder der ihn sehen wollte, hat ihn im Regelfall schon gesehen. Und doch waren auch die Kinos in Deutschland proppenvoll, um dieses Werk auf großer Leinwand bestaunen zu dürfen. [Anm: Für den 18. und 21.01. sind zudem noch weitere Zusatztermine in deutschen Kinos angekündigt worden.]

Auch wenn es mein erster Shinkai überhaupt war, so war ich mir doch im groben sicher, was mich erwarten würde: Atemberaubende Animationen und eine Story, die wie nahezu jeder seiner Filme mit dem Aufhänger der unüberwindbaren Distanz spielt. Ob zeitlich oder räumlich, die Protagonisten werden immer von solchen äußeren Einflüssen voneinander getrennt. Auch hier verhält es sich gleich:

Miyamizu Mitsuha lebt in einem überschaubaren Dorf auf dem Land. Jeder kennt jeden, Abwechslung gibt es in dem Städtchen am See so gut wie keine, sieht man einmal von Stadtfesten oder gelegentlichen Schrein-Ritualen ab. Deshalb wünscht sie sich viel lieber ein aufregendes Leben als Junge in der Großstadt Tokio.
Tachibana Taki hingegen lebt genau dieses Leben in Tokio. Als sie beide unabhängig voneinander aufwachen, stellen sie erschrocken fest: Sie stecken im Körper des jeweils anderen! Und so müssen die beiden nicht nur ihre eigenen Leben irgendwie auf die Reihe bekommen, sondern auch noch mit der Rolle des jeweils anderen zurechtkommen!
[Film] your name. (2016 JP) weiterlesen

[Film] Saint☆Oniisan (2013 JP)

Ich hänge dank einer fiesen Erkältung arg im Zeitplan hinterher. Das soll uns jedoch nicht stören und einen spontanen Einschub in den #Japanuary erlauben:

Saint☆Oniisan – Der Film.

Was passiert, wenn zwei Heilige beschließen, Urlaub auf der Erde zu machen und eine temporäre Wohngemeinschaft gründen? Jesus und Buddha, ihresgleichen beide Leitfiguren ihrer jeweiligen Religion, tun genau das. Doch wie meistern sie als „heilige Brüder“ (jp: saint oniisan) den (un)gewöhnlichen Alltag als Götter unter den Menschen? [Film] Saint☆Oniisan (2013 JP) weiterlesen

[Film] Hotarubi no Mori e (2011 JP)

#Japanuary.
Eine Idee von Filmbegeisterten, die am 26. Oktober 2017 völlig spontan zu einer ausgewachsenen Challenge ausuferte. Ideengeber: der Twitterer @politikundliebe. Ausführende Organe: Abspanngucker, Schöner Denken und Kompendium des Unbehagens. Diese unterhielten sich an diesem Tag über irgendetwas, Legenden sprechen von Filmen… und Japan… und plötzlich wurde jeder Filmblogger und -Podcaster im Filmverzeichnis dazu aufgerufen, teilzunehmen und unter dem Hashtag ‚Japanuary‘ viele japanische Filme zu gucken, besprechen und gemeinsam zu zelebrieren. Wer die Idee an dem Abend noch für einen kleinen Scherz hielt, der staunte am nächsten Tag nicht schlecht, als bereits rudimentäre Formalien und die ersten Teilnehmer ihre Zusage gaben. Tja. So schnell kann’s gehen und ich ergreife die Chance, einfach mitzumachen.
Falls ihr denselben Gedanken hegt:

Das Prozedere

Japanuary-Letterboxd

Acht Filme aus Japan gilt es zu schauen und zu besprechen (idealerweise pflegt ihr irgendwo eine Liste – evtl. auf Letterboxd), mit dem Ziel, sich an der nationalen Kinematografie zu erfreuen und darüber auszutauschen. Gesammelt werden die Teilnehmer im Verzeichnis bei Schöner Denken. Wir zählen übrigens gute 100 Teilnehmer.
Auch ich bin dabei und habe bereits den ersten Film im Gepäck. Natürlich ein Animationsfilm. Denn ihr wisst ja, wie sehr ich die japanische Animationsindustrie liebe und schätze. [Film] Hotarubi no Mori e (2011 JP) weiterlesen

[NCFF 2017] Wet Woman in the Wind (JP 2016)

Wenn die 17. Ausgabe des Nippon Connection Film Festivals schon unter dem Titel „Ecstasy & Desire“ läuft und zahlreiche 70er Jahre Roman Porno-Filme im Deutschen Filmmuseum auf 35mm präsentiert werden, dann darf natürlich auch keine Review zu einem Film dieser Art fehlen. Auch wenn es sich hier aus Zeitgründen bei Wet Woman in the Wind lediglich um eines von fünf Reboots zu den 70er/80er Jahre Hochglanzsoftpornfilmchen aus dem Studio Nikkatsu handelt. Es ist zeitlich einfach kaum schaffbar, zwischen allen möglichen Locations zu pendeln.

Selten war der Name derart Programm:
Kosuke (Tasuku Nagaoka), seinesgleichen Author von Theaterstücken und Womanizer in Tokyo, hat die Schnauze voll von Beruf und Frauen. Also zieht er ins japanische Hinterland und baut sich dort gänzlich abgelegen eine spartanische Hütte. In der Hoffnung, in Ruhe über den Sinn seines Lebens zu sinnieren, wird die Stille von der aggressiven Shiori (Yuki Mamiya) gebrochen. Sie stellt Kosuke nicht nur in Sachen Geduld auf die Probe, auch sein selbst auferlegtes  Enthaltsamkeitsgelübde sieht sich einer unausweichlichen Gefahr ausgesetzt. [NCFF 2017] Wet Woman in the Wind (JP 2016) weiterlesen

[NCFF 2017] A Silent Voice (JP 2017)

Bereits die sieben Bände umfassende Mangavorlage von Yoshitoki Ōima beeindruckt(e) Millionen von Lesern. Ob national oder auch international entwickelte sich A Silent Voice (OT: Koe no Katachi) schon kurz nach Erscheinen des gleichnamigen Oneshots (einem kurzen Abriss der Handlung in Mangaform) zum Ausnahmewerk japanischer Unterhaltungsliteratur.
Da ist die Skepsis berechtigt, ob ein knapp über zwei Stunden andauernder Animationsfilm aus dem Hause Kyoto Animation der Masse an Stoff gerecht werden kann.

Als sich Shōko vor ihren neuen Klassenkameraden vorstellen soll, blickt sie in die Klasse, als wäre sie in Gedanken woanders. Nach einer erneuten Aufforderung zückt sie ein Blatt Papier, auf dem steht „Hallo, mein Name ist Shoko Nishimiya und ich bin taub. Es freut mich, euch kennenzulernen.“
Schnell wird sie aufgrund ihrer zuvorkommenden Art von ihren Mitschüler(innen) ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. Sie erhält Unterstützung wo es nur geht, wenn sie aufgrund ihrer Gehörlosigkeit nicht alles vom Klassengeschehen mitbekommt. Doch nach und nach betrachten ihre Mitschüler sie aufgrund ihres Handicaps als Last, weswegen sie zum Opfer des Querulanten Shōya Ishida wird, der eine Mobbingwelle innerhalb der Klasse auslöst. Die Angriffe, die sich zusehends nicht mehr nur auf verbale Aussagen beschränken, entwickeln eine Eigendynamik, die dafür sorgt, dass Shōko die Schule erneut wechselt. Womit Shōya nicht gerechnet hat? Nun wird er selbst zum Außenseiter. Er verliert seine Freunde und den Anschluss an seine Klassenkameraden, sieht sich deftigen Mobbingattacken ausgesetzt und steckt nun selber in der undankbaren Opferrolle.
Jahre nach dem Abschluss trifft Shōya jedoch zufällig auf Shōko. Kann er Buße tun für seine Taten…?
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[NCFF 2017] Harmonium (2016 JP/FR)

Einer der schwer verdaulichsten und zugleich beeindruckensten Filme sollte erst gegen Ende der Nippon Connection laufen. Dabei hätte sich Fukada Kôjis Suspensedrama Harmonium, welches sich um Schuld und Sühne dreht, wohl besser als Rausschmeißer geeignet. Diese Pille wäre aber wohl zu bitter gewesen und hätte noch Tage später für Magenkrämpfe gesorgt. So war es also ’nur‘ der vorletzte Film des Festivals, der mit ästhetischer Raffinesse für Furore sorgte.

Werkstattbesitzer Toshio (Furutachi Kanji) lebt ein glückliches Leben: Verheiratet mit seiner Frau Akie (Tsutsui Mariko) und Vater einer Tochter, Besitzer eines ordentlich laufenden Ladens und völlige Harmonie im Leben. Zumindest an der Oberfläche scheint alles makellos. Als dann der mysteriöse Yasaka (Asano Tadanobu) vor Toshios Laden auftaucht und dieser ihm prompt eine Stelle als Aushilfe in der Werkstatt verschafft, wird diese Idylle jedoch einer strengen Prüfung unterzogen…
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