Archiv der Kategorie: 8 Punkte

[NCFF 2017] A Silent Voice (JP 2017)

Bereits die sieben Bände umfassende Mangavorlage von Yoshitoki Ōima beeindruckt(e) Millionen von Lesern. Ob national oder auch international entwickelte sich A Silent Voice (OT: Koe no Katachi) schon kurz nach Erscheinen des gleichnamigen Oneshots (einem kurzen Abriss der Handlung in Mangaform) zum Ausnahmewerk japanischer Unterhaltungsliteratur.
Da ist die Skepsis berechtigt, ob ein knapp über zwei Stunden andauernder Animationsfilm aus dem Hause Kyoto Animation der Masse an Stoff gerecht werden kann.

Als sich Shōko vor ihren neuen Klassenkameraden vorstellen soll, blickt sie in die Klasse, als wäre sie in Gedanken woanders. Nach einer erneuten Aufforderung zückt sie ein Blatt Papier, auf dem steht „Hallo, mein Name ist Shoko Nishimiya und ich bin taub. Es freut mich, euch kennenzulernen.“
Schnell wird sie aufgrund ihrer zuvorkommenden Art von ihren Mitschüler(innen) ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. Sie erhält Unterstützung wo es nur geht, wenn sie aufgrund ihrer Gehörlosigkeit nicht alles vom Klassengeschehen mitbekommt. Doch nach und nach betrachten ihre Mitschüler sie aufgrund ihres Handicaps als Last, weswegen sie zum Opfer des Querulanten Shōya Ishida wird, der eine Mobbingwelle innerhalb der Klasse auslöst. Die Angriffe, die sich zusehends nicht mehr nur auf verbale Aussagen beschränken, entwickeln eine Eigendynamik, die dafür sorgt, dass Shōko die Schule erneut wechselt. Womit Shōya nicht gerechnet hat? Nun wird er selbst zum Außenseiter. Er verliert seine Freunde und den Anschluss an seine Klassenkameraden, sieht sich deftigen Mobbingattacken ausgesetzt und steckt nun selber in der undankbaren Opferrolle.
Jahre nach dem Abschluss trifft Shōya jedoch zufällig auf Shōko. Kann er Buße tun für seine Taten…?
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[Film] Die Taschendiebin (2015 KR)

Endlich. Endlich ist er da: Der gelungene Einstieg in das Kinojahr 2017. So viel sei vorwegzunehmen, denn auch wenn Die Taschendiebin bei weitem nicht perfekt ist, so ist es doch zumindest wieder ein richtiger (und wichtiger) Schritt zu sehen, wie Park Chan-wook wieder zu alter Stärke zurückgefunden hat.

Im Korea der 1930er Jahre, zu Zeiten der japanischen Besetzung, wird Sook-Hee (Kim Tae-ri) als Hausmädchen für die japanische Hausherrin Hideko (Min-hee Kim) angestellt, welche ein abgeschiedenes Leben fernab der Stadt führt und unter dem dominierenden Einfluss ihres Onkels lebt. Was nur niemand ahnt: Sook-Hee verfolgt einen Plan, der eine ganze Reihe unvorhergesehener Ereignisse ins Rollen bringt…
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[Film] Battle Royale (2000 JP)

Ich bin von Grund auf ein netter und aufgeschlossener Mensch. Das ist ja allgemein bekannt… wie dem auch sei. Im Folgenden möchte ich eine Ansicht zu Kinji Fukasakus Verfilmung von Battle Royale korrigieren, die ich bisher polternd und vehement vertreten habe.

Nicht nur einmal habe ich gepredigt, wie schlecht der Film ist, wie die Hauptessenz der Romanvorlage von Koushun Takami durch die plakative Umsetzung verloren ging. Jetzt, mit genügend Abstand zum Buch, sehe ich das anders, wenngleich die damals geübte Kritik weitestgehend bestehen bleibt. Paradox? Wartet ab.

Battle Royale. Einer der japanischen Kultfilme, die Satire bis zum Anschlag durchgezogen und natürlich richtig schön explizit in seiner Darstellung. Ein dystopisches Japan in ferner Zukunft, in welchem der so genannte „Battle Royale-Act“ verabschiedet wurde, um gegen die hohe Jugendkriminalität und Arbeitslosenquote vorzugehen. Jedes Jahr wird eine 9. Klasse via Zufall ausgewählt, die sich auf einem isolierten Island mit zum Teil barbarischen Mitteln gegenseitig töten muss, bis am Ende nur noch einer übrig bleibt. Dieses Schicksal trifft in diesem Jahr den Mittelstufenschüler Nanahara Shuya (Tatsuya Fujiwara) mitsamt seiner Klasse… [Film] Battle Royale (2000 JP) weiterlesen

[Film] Lady Vengeance (2005 KR)

Aufstufung von 6,5 auf 8 Punkte. Manchmal tut es eben gut, Filmen eine zweite Chance zu geben.

Bei der ersten Sichtung ging vieles aus Lady Vengeance schlicht und ergreifend an mir vorbei. Dann war er noch so lang und überhaupt…
Jetzt kam ich aus dem Grinsen gar nicht mehr heraus. Wie konnte ich diese feinfühlige Symphonie der Rache damals nicht erkennen? Wird man älter oder einfach nur aufmerksamer, wenn man sich mehr und mehr mit Film beschäftigt? Wahrscheinlich beides.

Jedes Mal wenn ich einen Film aus der Rachtrilogie sehe, bin ich versucht zu sagen das ist der groteskeste Film der Reihe! Weil… so und so! Tatsächlich lässt sich das aber gar nicht so einfach festmachen, denn dazu ticken Sympathy for Mr. Vengeance, Oldboy und eben Lady Vengeance viel zu unterschiedlich. Natürlich finden sich Parallelen, dennoch achtet man viel mehr auf die Unterschiede, die sich zwischen den Filmen auftun. Und das ist das wirklich herausragende, an den Arbeiten von Park Chan-wook: Er nimmt sich ein einziges Hauptthema und kreiert daraus drei vollkommen andersartige Filme. Und doch erkennt man seine Handschrift. Immer und immer wieder. Aber genug der Schwafelei. [Film] Lady Vengeance (2005 KR) weiterlesen

[Film] Das China-Syndrom (1979 US)

Stell dir mal vor du guckst einen Film aus 1979, der einen fiktiven nuklearen GAU zur Grundlage hat… Und dann überlegst du mal, über welche GAUs man heute, 37 Jahre später, noch spricht: Tschernobyl (1986) oder Fukushima (2011).
Da mag man kaum glauben, dass es schon vor diesen einschneidenden AKW-Unfällen eine äußerst beängstigende Haltung gegenüber dieser Technologie gab. Wer nun aber einen kurzen Blick auf folgenden Artikel wirft, den dürfte das nicht mehr wundern. Ebensowenig die Tatsache, dass dieser Film beinahe vorausschauend die Ereignisse im Kraftwerk Harrisburg, Pennsylvania beschrieben hat, die nur wenige Monate nach dem Film geschahen.

Die Reporterin Kimberley Wells (Jane Fonda) filmt mit ihrem Team in einer Kernkraftanlage, als plötzlich ein Erdbeben für eine Störung sorgt. Der Konzern beschwichtigt, dennoch lässt der Kameramann Richard (Michael Douglas) nicht locker. Der Vorfall wird vertuscht, doch auch der leitende Ingenieur des Kraftwerks (Jack Lemmon) wird allmählich von Zweifeln geplagt. Ist die Anlage sicher, oder gehen hier wirtschaftliche Interessen der allgemeinen Sicherheit vor?

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[Film] Short Term 12 – Stille Helden (2013 US)

Independentfilme sind so eine Sache für sich. Sie können lebensnah sein, authentisch wirken und die Welt – anders als Mainstreamproduktionen – unberührt erscheinen lassen. Und Short Term 12 macht genau das.

Short Term 12 steht hier für die Bezeichnung eines Jugendheims, das minderjährigen Kids als soziale Auffangstation dient. Viele von ihnen mussten in ihrer Vergangenheit physisch oder gar psychisch einiges einstecken und sind infolgedessen als schwere Fälle verbucht. Unter der offiziellen Aufsicht des Heimleiters, obliegt es jedoch dem Trio Grace (Brie Larson), Mason (John Gallagher Jr.) und dem neu zum Team gestoßenen und noch unerfahrenen Nate (Rami Malek), die Kinder und Jugendlichen auf dem rechten Pfad der Tugend zu behalten. Dabei sind sie nicht nur rechtlich arg eingeengt, sondern müssen sich auch emotional distanziert geben. Dass so etwas bei dieser Arbeit nicht immer klar zu trennen ist, dürfte klar sein… [Film] Short Term 12 – Stille Helden (2013 US) weiterlesen

[Kurzfilm] Die Reise zum Mond (1902 FR)

Zumindest ein Kurzfilm soll es in dieser Woche noch sein, und was wäre da besser geeignet, als eines der frühesten Werke des Mediums Film überhaupt?

Die Reise des Menschen zum Mond. Heutzutage selbst in der Realität machbar. Im eigens etablierten Science-Fiction Genre ja sowieso. Aber wie war das damals? Damals?

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[Film] Mission: Impossible – Rogue Nation (2015 US)

Mission: Impossible – Rogue Nation weiß ganz genau welche Knöpfe er drücken muss und auch, wie eine überraschend gute Fortsetzung nach dem unerwarteten Knaller Ghost Protocol auszusehen hat. [Film] Mission: Impossible – Rogue Nation (2015 US) weiterlesen