Schlagwort-Archive: Asiakino

Our Homeland (2012 JP)

Nichts wird einen auf dieses Drama vorbereiten können. Keine Geschichten über Zainichi (koreanische Minderheiten in Japan), und genauso wenig die Geschichten von Nordkoreanern, die aus ihrem Land flüchten und von den Gräueln des Regimes oder ihrem Alltag erzählen. In Our Homeland von Yang Yong-hi werden die kleinen Dinge so ausdrucksstark präsentiert, dass es vergleichbar mit einem Schlag in die Magengrube wird. Denn wenn ein Reisekoffer im Schaufenster zum Symbol der Freiheit wird, wird sowohl dem Protagonisten, als auch dem Zuschauer erst einmal bewusst, dass manch einer niemals in den Genuss einer solchen Freiheit gelangen wird. Our Homeland (2012 JP) weiterlesen

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[Project-K 2018] Filmfestival-Resümee

Mich hatte es das Wochenende vom 26. – 28. Oktober nach Frankfurt am Main verschlagen, um der 7. Ausgabe des Project-K beizuwohnen – einem sehr kleinen Filmfestival, das sich ganz der südkoreanischen Kultur und dem Kino widmet. Nachfolgend werde ich kurze Eindrücke zu den gesehenen Filmen listen und abschließend etwas über das Festival selbst berichten.

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[Genre Spezial] J-Horror: Der Geist in der japanischen Filmkultur

Halloween naht und da ich mit Ausnahme eines Podcast-Gastspiels bei Bildnachwirkung bisher nur über den Anime Wicked City gesprochen habe, dachte ich, der Zeitpunkt sei ideal, um eine ältere Hausarbeit meinerseits zu veröffentlichen. Das letzte Genre Spezial zu Found Footage kam damals gut an und im Rahmen des selben Horrorseminars habe ich mich mit dem japanischen Horrorfilm – genauer gesagt der Erscheinung des Yūrei im J-Horror – auseinandergesetzt. Aufgrund des etwas ausführlicheren Charakters gibt es jedoch etwas mehr zu erfahren: Von den ersten Darstellungen von Yūrei innerhalb der japanischen Kultur, hin zu klassischen Stilmitteln im J-Horror. Anschließend folgt noch ein direkter filmischer Vergleich zweier Filme (The Inerasable und The Ring – Achtung, Spoilergefahr!), die stark auf die vorhandenen Parallelen innerhalb des Genres abzielen. Aber lest selbst, wenn ihr euch für das Thema interessiert.

Anm: Ich habe einige – für die Veröffentlichung unnötigen – Fußnoten entfernt. Außerdem sollte bekannt sein, dass es noch weitere passende Filmtitel gibt, welche im Rahmen dieser Arbeit jedoch aus Platzgründen keine Erwähnung finden konnten.


Yūrei in der japanischen Filmkultur:

Der Einfluss von RINGU auf den modernen J-Horrorfilm – Ein Vergleich zwischen RINGU und THE INERASABLE

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The Blood of Wolves (2018 JP)

Allmählich bekomme ich doch immer mehr Highlights zu sehen. Und Kazuya Shiraishis Rausschmeißerfilm am Donnerstag ist ein exzellentes Beispiel dafür. Denn The Blood of Wolves ist verdammt solide Genrekost, die vielleicht nicht ganz als Yakuzafilm, dafür aber locker als Polizei- und Gangsterthrillerverschnitt im Hiroshima der 80er Jahre durchgeht.

Der führende Polizeiinspektor Ogami (Koji Yakusho) steht im Verdacht, Bande mit Yakuza geknüpft zu haben. Dennoch wird er gemeinsam mit dem frischen Polizisten Hioka (Tori Matzusaka) auf einen Vermisstenfall angesetzt. Während sie nach dem Opfer suchen, spitzt sich ein Bandenkonflikt der Yakuza immer weiter zu und die Polizei muss alles daran setzen, einen blutigen Krieg zu verhindern…

Die Erwartungen waren nicht gerade gering, weshalb es umso schöner mit anzusehen ist, wie alle Beteiligten sichtlich Bock auf diesen Film hatten.

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Gintama (2017 JP)

Gintama. Gintama ist sowas wie Kulturgut in Japan. Warum, erkläre ich in den folgenden Absätzen. Wen das nicht interessiert, der möge bitte zum Textbreaker weiter unten scrollen, um so direkt zur Filmbesprechung der Realverfilmung zu gelangen.

Gintama-Manga-Cover-Vol1.pngMit millionenfachen Printverkäufen der ausdauernden* Mangareihe und zahlreichen Animeadaptionen in Form von mehreren Serienstaffeln, Specials, Side-Stories und Co., zählen sich die zumeist witzigen und ausnahmslos alles parodierenden Geschichten rund um den „Silver Samurai“ Gintoki Sakata als äußerst erfolgreiches und gleichermaßen beliebtes Franchise in der Anime- & Manga-Community. Doch erst im Jahre 2017 erfolgte eine Live Action Adaption, mit Shun Oguri in der Rolle des silberhaarigen Samurai. Gintama (2017 JP) weiterlesen

The Host (2006 KR)

Oh oh oh, The Host ist so eine herrlich groteske Monsterdramödie, die unter ihrer trashig anmutenden Aufmachung so viele soziokulturelle und historische Aspekte behandelt, dass ein genauerer Blick darauf nicht schaden kann. The Host (2006 KR) weiterlesen

The Kirishima Thing (2012 JP)

Japanuary #5

Na vielleicht klappt es noch, mit den acht geplanten Filmen! Mit The Kirishima Thing geht es jedenfalls munter weiter. Und das, obwohl ich mit Funuke Show Some Love You, Loser! erst einen anderen Film in der Planungsliste hatte… Aber wo kämen wir denn da hin, wenn ihr nochmal über etwas lest, über das ich vor einiger Zeit schon einmal schrieb?

Wie es der Zufall so wollte (und nein, ich hatte vorher nicht nachgesehen), handelt es sich jedoch in beiden Fällen um den selben Regisseur: Yoshida Daihachi. Während Funuke einen galligen Humor bedient, liefert Yoshida fünf Jahre später eine gänzlich andere Gangart ab. Aber worum geht es in The Kirishima Thing?

Es ist ein gewöhnlicher Schultag, mit der Ausnahme, dass Kirishima, der Starathlet des Volleyballclubs, nicht in der Schule erscheint. Keiner weiß warum, keiner weiß wo er sich rumtreibt, oder wie er zu erreichen ist. Er ist spurlos weg. Was zunächst für leichte Unruhe sorgt, entwickelt sich zu einem spannungsgeladenen Portrait einer japanischen Schulklasse.  The Kirishima Thing (2012 JP) weiterlesen

[Film] Adrift in Tokyo (2007 JP)

Japanuary #4

“Happiness creeps into you so quietly you don‘t notice… but misfortune arrives very abruptly.”

Stell dir vor, du wärst eine ambitionslose, arme Sau und lebst in deiner Süffbude vor dich hin. Während du über eine volle Zahnpastatube philosophierst, klopft ein Schuldentreiber an deine Tür und fordert einen unbezahlbaren Geldbetrag von dir. Du hast keine Verwandten und auch sonst niemanden, der dir aus der Patsche helfen kann. Da bietet dir der Typ plötzlich eine Million Yen an. Was du dafür tun musst? Mit ihm durch die Straßen Tokios spazieren. Für was entscheidest du dich?

Adrift in Tokyo ist eigentlich der perfekte Film für den Japanuary. Wer Fernweh nach Tokio hat, der muss sich bloß diesen schmalen Indiestreifen von Miki Satoshi ansehen und schon steckt man in den verwinkelsten Gassen der Millionenmetropole. [Film] Adrift in Tokyo (2007 JP) weiterlesen