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[NCFF 2017] A Silent Voice (JP 2017)

Bereits die sieben Bände umfassende Mangavorlage von Yoshitoki Ōima beeindruckt(e) Millionen von Lesern. Ob national oder auch international entwickelte sich A Silent Voice (OT: Koe no Katachi) schon kurz nach Erscheinen des gleichnamigen Oneshots (einem kurzen Abriss der Handlung in Mangaform) zum Ausnahmewerk japanischer Unterhaltungsliteratur.
Da ist die Skepsis berechtigt, ob ein knapp über zwei Stunden andauernder Animationsfilm aus dem Hause Kyoto Animation der Masse an Stoff gerecht werden kann.

Als sich Shōko vor ihren neuen Klassenkameraden vorstellen soll, blickt sie in die Klasse, als wäre sie in Gedanken woanders. Nach einer erneuten Aufforderung zückt sie ein Blatt Papier, auf dem steht „Hallo, mein Name ist Shoko Nishimiya und ich bin taub. Es freut mich, euch kennenzulernen.“
Schnell wird sie aufgrund ihrer zuvorkommenden Art von ihren Mitschüler(innen) ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. Sie erhält Unterstützung wo es nur geht, wenn sie aufgrund ihrer Gehörlosigkeit nicht alles vom Klassengeschehen mitbekommt. Doch nach und nach betrachten ihre Mitschüler sie aufgrund ihres Handicaps als Last, weswegen sie zum Opfer des Querulanten Shōya Ishida wird, der eine Mobbingwelle innerhalb der Klasse auslöst. Die Angriffe, die sich zusehends nicht mehr nur auf verbale Aussagen beschränken, entwickeln eine Eigendynamik, die dafür sorgt, dass Shōko die Schule erneut wechselt. Womit Shōya nicht gerechnet hat? Nun wird er selbst zum Außenseiter. Er verliert seine Freunde und den Anschluss an seine Klassenkameraden, sieht sich deftigen Mobbingattacken ausgesetzt und steckt nun selber in der undankbaren Opferrolle.
Jahre nach dem Abschluss trifft Shōya jedoch zufällig auf Shōko. Kann er Buße tun für seine Taten…?
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[Film] Ben X (2007 BE/NL)

BenX-Header

Es gibt Filme, die gehen an die Substanz. Ben X ist für mich so einer. Diese belgisch-niederländische Koproduktion mag zwar den Holzhammer dazu verwenden, seine Botschaft gegen (Cyber)Mobbing auszusprechen, aber bei manchen Themen geht das gar nicht anders.

Mich bringt so schnell nichts aus der Ruhe, aber die Art und Weise wie die Schüler hier ihre hundsgemeinen, feigen und verlogenen Mobbingattacken gegen Ben ausüben, machte mich wütend.
Wütend, weil er ihnen schutzlos ausgeliefert ist.
Wütend, weil sie sich nur in der Mehrzahl trauen ihn fertig zu machen.
Wütend, weil sie sich der Konsequenz ihrer Taten nicht gänzlich bewusst sind.
Und wütend, weil sie sich am Ende als die größten Heuchler enttarnen. [Film] Ben X (2007 BE/NL) weiterlesen