jam (2018 JP)

SABU is back! Nach Happiness und dem überragenden Mr. Long letztes Jahr auf der Nippon Connection, ist er auch in diesem Jahr wieder auf dem Festival vertreten. Leider bei weitem nicht so bravourös, wie zuvor.

jam erzählt in anachronischer Struktur drei Geschichten, die auf bestimmte Weisen miteinander verbunden sind: Da wäre der Enka-Sänger Hiroshi (Sho Aoyagi), der vor allem bei den älteren Damen beliebt ist und in die Klauen eines fanatischen Fans gerät, Tetsuo (Nobuyuki Suzuki), der aus irgendeinem Grund aus dem Knast kommt und anschließend mit einem Hammer auf ehemalige Bandenmitglieder einprügelt und seine Mutter im quietschenden Rollstuhl durch die Gegend schiebt, und Takeru (Keita Machida), der gute Taten vollbringen will, in der Hoffnung, dass eine komatöse Freundin wieder das Bewusstsein erlangt.

Karma is a bitch.

Natürlich ist auch dieser recht violente Film von SABU grotesk witzig und unterhaltsam gestaltet. Dennoch hat man recht zügig das Gefühl, dass der Film aus zahlreichen Versatzsttücken besteht, die man so schon anderweitig gesehen hat – und das nicht nur bei anderen referenziert, sondern auch von SABU selbst. Dennoch hat jam keinen eigenen Drive. Er spielt die immer selben Szenen stur repititiv immer und immer wieder ab, ohne dass dabei eine wirkliche Entwicklung des Plots oder gar der Figuren entsteht. Welche sich zudem kaum mehr als über die oben genannte Inhaltsangabe erstreckt.
Die selben Gags sind beim ersten Mal wirklich gut, beim zweiten Mal vielleicht auch noch, aber danach werden sie zermürbend, weil die Geschichte kaum voranschreitet. Und Geschichten bietet der Film gleich drei, die natürlich alle miteinander verbunden sind, und deren Zusammenhänge sich erst nach und nach erschließen. Kudos gehen dabei raus an die Darsteller der Protagonisten, die aus Teilen des Schauspielensembles Gekidan EXILE bestehen und das Interesse an den Figuren konsequent aufrechterhalten. Was bei all den Fiesheiten, die ihnen im Verlauf des Films entgegengebracht werden, auch nicht verwundern dürfte.

An sich weiß ich allerdings nicht wirklich, worauf der Film nun hinauswill. Alles wirkt zu konstruiert um besagte Handlungsstränge aneinanderzuführen, aber eine wirkliche Aussage – außer das Karma eine richtige Bitch sein kann – lässt sich auch mit der Auflösung der ganzen Farce nicht wirklich herauslesen. Das ist schade, denn die Bilder mit denen SABU arbeitet, sind wirklich gelungen und auch sein Timing für Gags, welche vor allem auf visueller Ebene und vielen kleinen Bewegungen und Kunstpausen stattfinden, ist ganz großes Kino. Aber so arbeitet jam ziellos auf etwas zu, von dem er selber nicht zu wissen scheint, was er eigentlich sein will. So lässt er seinen Zuschauer doch etwas ratlos stehen.

Und so ist jam leider nichts weiter, als ein müder pulpy Jam im Probenraum, der zwar Unterhaltungspotenzial beherbergt, an sich aber absolut überflüssig in der Filmographie dieses spannenden Regisseurs wirkt.

5/10 Punkte

jam-(2018-JP)-Posterjam
Jahr: 2018 JP | Laufzeit: 102 Minuten
Regie & Drehbuch: SABU
Cast:
Sho Aoyagi, Keita Machida, Nobuyuki Suzuki, Shintaro Akiyama, Masayasu Yagi, Yuta Ozawa, Hayato Onozuka, Kanta Sato, Shuhei Nogae, Mariko Tsutsui

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