Archiv der Kategorie: Thriller

[Film] Tanz der Teufel (1981 US)

Lange, wirklich lange war Sam Raimis Groteske Tanz der Teufel zumindest in deutschen Kreisen ein Sorgenkind. Immer auf dem Kieker der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften, respektive Medien, folgten Indizierungen und Beschlagnahmen. 2016 dann – endlich – die Listenstreichung und sogar die FSK erbarmte sich, dem Totentanz das blaue FSK 16-Siegel zu verleihen. Vielleicht, oder gerade deshalb, sieht man sich bei diesem Film mit einem Kult konfrontiert: Eine enorme Fanbase, die den ersten Teil der Reihe frenetisch feiert. Doch was ist dran, an diesem absurden Spektakel?

Zunächst einmal die Story, die inzwischen ohnehin jedem Filminteressierten spätestens seit Joss Whedons The Cabin in the Woods geläufig sein dürfte:
Fünf Jugendliche fahren in den Wald und wollen ihren Urlaub in einer abgelegenen Hütte verbringen. Dort finden sie unter einer wenig einladenden Kellerluke eine handvoll interessanter Relikte und ein Tonband, dass sie besser nicht abgespielt hätten. Und schon nimmt das blutige Unheil seinen Lauf… [Film] Tanz der Teufel (1981 US) weiterlesen

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[Film] Die Taschendiebin (2015 KR)

Endlich. Endlich ist er da: Der gelungene Einstieg in das Kinojahr 2017. So viel sei vorwegzunehmen, denn auch wenn Die Taschendiebin bei weitem nicht perfekt ist, so ist es doch zumindest wieder ein richtiger (und wichtiger) Schritt zu sehen, wie Park Chan-wook wieder zu alter Stärke zurückgefunden hat.

Im Korea der 1930er Jahre, zu Zeiten der japanischen Besetzung, wird Sook-Hee (Kim Tae-ri) als Hausmädchen für die japanische Hausherrin Hideko (Min-hee Kim) angestellt, welche ein abgeschiedenes Leben fernab der Stadt führt und unter dem dominierenden Einfluss ihres Onkels lebt. Was nur niemand ahnt: Sook-Hee verfolgt einen Plan, der eine ganze Reihe unvorhergesehener Ereignisse ins Rollen bringt…
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[Film] Hobo with a Shotgun (2011 CA)

Rutger Hauer räumt als vigilanter Hobo mit Schrotflinte das tyrannisierte Städtchen Hope Town auf.

Mehr braucht es zum Inhalt auch nicht zu sagen, besteht diese Grindhouse-Trash-Granate doch aus nichts weiter, als eben diesem vigilanten Rachefeldzug gegenüber dem verschlafenen kanadischen(!) Nest, in dem ein größenwahnsinniger Obermacker das Kommando übernommen hat, die Polizei korrupt ist und sich pädophile Weihnachtsmänner an Schulkindern laben…. Natürlich ist es nur Weihnachtsmann und nur eine abgedrehte Idee in dem absurd überdrehten Kracher Hobo with a Shotgun. [Film] Hobo with a Shotgun (2011 CA) weiterlesen

[Film] A Serbian Film (2010 RS)

Dieser Film gilt unter Filmfreunden nicht nur als einer der härtesten aller Zeiten, er wird auch seit seinem Erscheinen im Jahr 2010 kontrovers diskutiert. Vor allem eine einzelne Szene, die auch Menschen kennen, die den Film noch gar nicht gesehen haben. Die Rede ist von Srdjan Spasojevics A Serbian Film.

Milos ist ein ehemaliger Pornodarsteller, der nicht nur gut ausgestattet ist, sondern auch einiges an Stehvermögen aufweist. Seit er sich aus dem Geschäft zurückgezogen hat, lebt er mit Kind und Kegel von den schrumpfenden Resten seines Ersparten. Bis ihm ein Angebot unterbreitet wird, dessen Entlohnung alle Sorgen der Zukunft beseitigen könnte. Er soll noch einmal die Hüllen für den dubiosen Produzenten Vukmir (Sergej Trifunović) fallen lassen, ohne zu wissen, was eigentlich für schmutzige Filmchen gedreht werden sollen. So findet sich Milos mit Dingen konfrontiert, die ihn bald an seinem Verstand zweifeln lassen.

Ohne Frage ist A Serbian Film ein Film, der zur Kontroverse schlicht und ergreifend bittet und noch dazu den roten Teppich ausrollt. Dennoch sollte man sich davon nicht blenden lassen. Wer bereit ist diese Tour de Force in Angriff zu nehmen, der sollte sich diesem Brett stellen und möglichst unvoreingenommen rangehen. Denn eine Wirkung hat er ohne Zweifel. Nur welche, das gilt es herauszufinden. [Film] A Serbian Film (2010 RS) weiterlesen

[Film] Baise-moi (FR 2000)

Baise-moi (dt: Fick mich!) oder auch: der peinliche Versuch, mit französischer Kaltschnäuzigkeit zur Provokation aufzurufen.

Regisseurin Virginie Despentes legt ihrem Werk eine pessimistische Weltsicht zweier Frauen zu Grunde, die sich in einer von triebgesteuerten Männern dominierten Welt zurechtfinden müssen. Als Milieustudie beginnend, begleitet der Zuschauer Manu (Raffaëla Anderson) und Nadine (Karen Bach), die im Laufe der Handlung aufeinandertreffen. Die eine von einer Bande vergewaltigt, die andere mit ansehend, wie ihr Freund kaltblütig erschossen wurde. Fortan beschließen die beiden Fremden gemeinsame Sache zu machen und sich an der Welt zu rächen… [Film] Baise-moi (FR 2000) weiterlesen

[Film] Girl on the Train (US 2016)

Es ist wie es ist und was ist muss gesagt werden. Eines der von mir groß angepeilten Kinohighlights des Spätjahres 2016 rollt durch die Kinos und versucht dem Hype, welcher  im Vorjahr bereits die Romanvorlage umgab, weiterzutragen. Ob das mit einem ambitionierten Cast gelingt? [Film] Girl on the Train (US 2016) weiterlesen

[Film] Infernal Affairs III (2003 HK/CH)

Mit dem abschließenden dritten Teil von Infernal Affairs schließt auch die Besprechung der Trilogie. Da sich die Handlung nach dem Ende von Teil 1 abspielt, warne ich vor Spoilern zu Infernal Affairs I! Außerdem bespreche ich den rund 17 Minuten längeren Director’s Cut.

Wer in Teil 2 bereits mit der komplexen Struktur gehadert hat, der wird mit Infernal Affairs III vor eine harte Geduldsprobe gestellt. Denn nun wird es wirklich verzwickt: [Film] Infernal Affairs III (2003 HK/CH) weiterlesen

[Film] Infernal Affairs II (2003 HK/CN/SGP)

Und weiter geht es mit meiner Besprechung der Infernal Affairs – Trilogie. Spoilerfrei!

Infernal Affairs II – Abstieg in die achte Hölle. Das Sequel, das als Prequel dient und trotzdem eine weitestgehend eigenständige Handlung verfolgt. Es wird darauf verzichtet, bereits bekanntes unnötig wiederzukäuen, um diese kostbare Zeit stattdessen für Charakterentwicklungen und neue Handlungswege zu sichern. Dabei wird schnell klar: Infernal Affairs war nur der Anfang.
Erst mit dieser Quasi-Fortsetzung lernt man den Vorgänger noch mehr zu schätzen, wenn man als Zuschauer gemeinsam mit Yan (jetzt: Shawn Yue) und Lau (Edison Chen) in deren persönliche achte Hölle abtaucht. Es wird der Weg aufgezeigt und was sie zu tun gezwungen waren, um ihre Positionen innerhalb der Polizei oder der Triaden überhaupt erst zu erhalten. Wie bittere Entscheidungen mit ihren weitreichenden Konsequenzen, die sie auch rund 5 Jahre später noch zu spüren bekommen sollen, getroffen und welche Opfer gebracht wurden. Und da gibt es einiges an neuem zu entdecken. [Film] Infernal Affairs II (2003 HK/CN/SGP) weiterlesen