Archiv der Kategorie: Horror

Bamy (2017 JP)

Wie schreibt man am besten über einen Film, der sich gängigen Konventionen verweigert? Oder noch besser: Den man irgendwann nicht mehr nachvollziehen kann, weil der Regisseur genau das macht und zeigt, was er will?

Jun Tanakas Spielfilmdebüt Bamy lehnt sich ganz klar an zahlreiche Genreklassiker des J-Horrors an: Ob nun an Ringu oder Ju-On erinnernd, etwas von Kurosawas schauriger Schönheit à la Pulse findet sich ebenfalls darin. Doch was macht diesen merkwürdigen Reiz dieses Films aus, der mit einer Szene beginnt, in welcher ein roter Regenschirm fast schon schicksalhaft vom Himmel fällt und so zwei Seelen wieder zueinander finden lässt?

„I wonder if it’ll rain.“

Unter oben genannter Einstellung startet der Film, als ein unscheinbarer Regenschirm vom Himmel fällt und sich die Wege der alten Schulkameraden Fumikos und Ryotas kreuzen. Es knistert und schon bald steht ihre Hochzeit im Raum. Doch die Glückseligkeit wird von Ryotas Gabe gestört: Er kann Geister sehen. Das sorgt für Streit, denn Fumiko fühlt sich häufig ignoriert und von Ryotas eigenwilligen Verhalten genervt. Ob diese Beziehung halten wird? Und was hat es mit dem Regenschirm auf sich?
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A Quiet Place (2018 US)

Unverhofft kommt oft, hatte ich von dem Film bis vor einigen Wochen so rein gar nichts mitbekommen. Der Trailer im Kino weckte das Interesse und die Hoffnung war groß, mit A Quiet Place ein herausragendes Psycho(horror)drama präsentiert zu bekommen.

Und wow, wenn man dem Film eins unterstellen muss, dann, dass die Spannungskurve ausnahmslos(!) nur eine Richtung kennt: Nach oben. In seiner Prämisse stark an das Spiel The Last of Us erinnernd, bietet John Krasinski dennoch genug eigenes Material, um die Überlebensgeschichte einer Familie zu erzählen, die keinen Mucks von sich geben darf. A Quiet Place (2018 US) weiterlesen

The Host (2006 KR)

Oh oh oh, The Host ist so eine herrlich groteske Monsterdramödie, die unter ihrer trashig anmutenden Aufmachung so viele soziokulturelle und historische Aspekte behandelt, dass ein genauerer Blick darauf nicht schaden kann. The Host (2006 KR) weiterlesen

Annihilation (2018 US/GB)

Bei manchen Filmen möchte ich einfach nur schreien. Nicht nur, dass die Netflix-App auf dem heimischen TV nicht für einen einwandfreien Stream für Alex Garlands aktuellen Film gewährleistet hat (Sound- und Bufferprobleme waren zu Beginn die Folge), nein, ich habe inzwischen das Gefühl, dass Netflix vermehrt prätentiösen Quatsch abliefert. Sich selbst und seine Produktionen zwanghaft andersartig darstellen möchte, was selten gelingt. Annihilation (dt: Auslöschung) empfand ich genau so. Annihilation (2018 US/GB) weiterlesen

[Film] A Tale of Two Sisters (2003 KR)

Auch wenn ich nicht offiziell am #Horrorctober teilnehme, so gehört ein Horrorfilm im herbstlichen Oktober dazu. Wenn es draußen früher dunkel wird und man es sich auf der heimischen Couch gemütlich macht, geht es doch gar nicht anders. Hehehe… ich nehme mal vorweg, dass mich dieser – nebenbei bemerkt als einer der besten und nicht minder erfolgreichen koreanischen Horrorfilme – an die Grenzen gebracht. Ihr wisst ja, Horror und ich, das geht auf keine Kuhhaut. Und psychologisch motivierter Horror ist noch ein ganzes Stückchen fieser.

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[Film] 10 Cloverfield Lane (2016 US)

10 Cloverfield Lane hat ein Problem. Eigentlich ist es nicht nur dieser Film, der ein Problem hat und es ist auch nicht nur ein Problem. Je öfter ich solche Filme schaue, desto eher beschleicht mich das Gefühl, dass Drehbücher unglaublich ideenlos sind. Nicht wagemutig genug. Thomas Elsaesser schreibt über das moderne (digitale) Kino, dass einige Filmwissenschaftler behaupten, „dass das Gestaltungsprinzip, dem Hollywood und andere ausgerichtete Kinematografien in den vergangenen 80 Jahren gefolgt sind – das Modell eines Drei- oder Fünfakters, basierend auf dem zweieinhalbtausend Jahre alten aristotelischen Drama -, in Form der klassischen Filmerzählung im digitalen Zeitalter immer noch völlig ungebrochen funktioniert.“[1]
Zwar schreibt er hier über die Anpassung an neue digitale Formen des Films, aber den Gedanken möchte ich für 10 Cloverfield Lane gerne aufgreifen. Denn hier führt diese klassische Narration zu einem Dilemma, dem ich immer mehr Filme ausgesetzt sehe: Das entweder oder. [Film] 10 Cloverfield Lane (2016 US) weiterlesen

[Film] Alien: Covenant (2017 US)

Und auch nach dem zweiten Prequel zu Alien, Alien: Covenant, zeigt sich Ridley Scott unermüdlich und lässt noch immer Raum für weitere Teile. Das Mysterium um die Aliens wird nach und nach aufgedröselt, die Brücke zu den Ursprungsfilmen immer offensichtlicher und doch…

Die Ausgangslage in Alien: Covenant ist okay. Nichts neues, auch etwas stereotyp vielleicht (nach modernen Maßstäben in Film), aber es stört nicht sonderlich, dass es sich um eine Kolonisierungsmission handelt. Denn zehn Jahre nach Verschwinden der Prometheus soll nun die Covenant neue Wohngründe für die Menschheit im Weltraum besiedeln. Nach einem Unfall steht die Crew jedoch vor der Überlegung, den ursprünglich ausgewählten, aber noch weit entfernten Planeten anzupeilen, oder einem fremden Signal zu folgen und einen bisher unentdeckten Planeten anzusteuern, was wertvolle Zeit- und Ressourceneinsparungen nach sich ziehen würde. Es kommt wie es kommt und die Covenant verfolgt das Signal… [Film] Alien: Covenant (2017 US) weiterlesen

[Film] Tanz der Teufel (1981 US)

Lange, wirklich lange war Sam Raimis Groteske Tanz der Teufel zumindest in deutschen Kreisen ein Sorgenkind. Immer auf dem Kieker der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften, respektive Medien, folgten Indizierungen und Beschlagnahmen. 2016 dann – endlich – die Listenstreichung und sogar die FSK erbarmte sich, dem Totentanz das blaue FSK 16-Siegel zu verleihen. Vielleicht, oder gerade deshalb, sieht man sich bei diesem Film mit einem Kult konfrontiert: Eine enorme Fanbase, die den ersten Teil der Reihe frenetisch feiert. Doch was ist dran, an diesem absurden Spektakel?

Zunächst einmal die Story, die inzwischen ohnehin jedem Filminteressierten spätestens seit Joss Whedons The Cabin in the Woods geläufig sein dürfte:
Fünf Jugendliche fahren in den Wald und wollen ihren Urlaub in einer abgelegenen Hütte verbringen. Dort finden sie unter einer wenig einladenden Kellerluke eine handvoll interessanter Relikte und ein Tonband, dass sie besser nicht abgespielt hätten. Und schon nimmt das blutige Unheil seinen Lauf… [Film] Tanz der Teufel (1981 US) weiterlesen