Daenerys Targaryen (Game of Thrones): Warum ist sie so beliebt?

Daenerys
(c) HBO

Spoiler bis einschließlich Staffel 4, Folge 3 möglich!

Daenerys Sturmtochter aus dem Hause Targaryen (Emilia Clarke) ist sicherlich eine der einprägsamsten Hauptfiguren aus der preisgekrönten Serie Game of Thrones. Um kaum eine andere Figurder „A Song of Ice and Fire„-Sage von George R.R. Martin entstand binnen kürzester Zeit so ein Hype wie um sie (Tyrion mal ausgeschlossen), selbst der Name „Khaleesi“ boomte unter den Babynamen.

Unter ihrem Bruder Viserys (Harry Lloyd) hatte sie schwer zu leiden, verscherbelte er sie doch wie Vieh an Fürst Khal Drogo (Jason Momoa), um im Gegenzug das Volk der Dothraki hinter sich zu wissen und mit diesem kriegerischen Volk seinen Anspruch auf den Eisernen Thron der Sieben Königslande geltend zu machen. Doch aus der kleinen zarten Schwester ging eine gefestigte Khaleesi hervor, die immer mehr Männer, Frauen und Kämpfer hinter sich versammelt, um nun selbst den Eisernen Thron zu erklimmen und ihren Herrschaftsanspruch durchzusetzen. Ihre Methoden dabei sind fraglich. Zumindest für mich.

Ich schätze schon allein die optischen Reize sprechen für die meisten Bände. Blond, jung, ein stechender Blick und in den ersten Staffeln auch gerne mal nackt vor der Kamera. Aber „sex sells“ kann doch nicht alles sein, was uns diese Figur, diese Frau bietet? Daenerys ist definitiv eine der Figuren, über die ich stundenlang von meinem festgefahrenen Standpunkt aus diskutieren könnte. Bietet sie doch so ziemlich das gesamte Spektrum an prägenden Erfahrungen, woraus man schon den ein oder anderen Rückschluss ziehen könnte. Dabei habe ich immer wieder das Gefühl, ich sei eine der wenigen, die sie tatsächlich durchschaut. Die alles andere als angetan von ihr ist, die sie mit ihren Methoden auf eine Stufe mit dem durchtriebenen Tywin Lennister (Charles Dance) setzt, wenn nicht sogar noch krasser.

Ein Begriff der mir dahingehend immer wieder im Kopf rumschwirrt, ist der der „Zuckerbrot und Peitschen“ -Politik. Daenaerys geht über Leichen. Und sie wird noch über viele Leichen gehen, mit der Armee die sie bereits hinter sich versammelt hat. Das ist ihre Peitsche, mit der sie schlägt und die immer weitreichender wird, um ihr Ziel zu erreichen. Ihr Zuckerbrot hingegen ist die Freiheit, die sie denjenigen verspricht, die ihr folgen. Doch lockt sie nicht eher?

SPOILER: Die 10. Folge der 3. Staffel „Mhysa“ oder Folge 3 der 4. Staffel „Sprengerin der Ketten“ zeigen das deutlich, als sie die Sklaven der vor ihr liegenden Städte befreien will. In der Episode „Mhysa“ wird sie gefeiert, als Befreierin der Unterjochten und konnte im Handumdrehen neue Gefolgsleute für sich gewinnen.
Wer gegen sie kämpft, stirbt. Um ihre Intention zu unterstreichen, lässt sie in der Episode „Sprengerin der Ketten“ schwere Halsketten mit Katapulten in die Stadt befördern, die jedem einzelnen Sklaven ihr aktuelles Leben vor Augen führen sollen. Jetzt haben sie die Möglichkeit diese Ketten gegen die Freiheit einzutauschen. SPOILER ENDE

Doch wie sieht diese aus? Wandern sie nicht von einer Gefangenschaft in die nächste? Eine, die Freiheit nahezu schreit, es aber nicht ist? Und wie sieht diese letzten Endes aus? Gemeinsam kämpfen oder sterben für ‚Daenerys aus dem Hause Targaryen, die erste ihres Namens‘, nur damit diese endlich Königin der Sieben Königslande wird?  Oder führt das Ganze doch zu einem zufriedenen Volk mit einer gütigen Herrscherin auf dem Thron?

Auf der anderen Seite haben wir eine junge Frau, deren Vater Aerys II. Targaryen war, oder auch bekannt als der Irre König, und einen Bruder, der sie für nichts und wieder nichts verschacherte. Mehrere Schicksalsschläge formten sie zu der Frau, die sie heute ist, was ihre Skrupellosigkeit erklären könnte. Außerdem sollte man nicht vergessen, dass sie für ihr Volk sorgt und zuweilen Menschlichkeit walten lässt. Das alles macht ihr Wesen so zweischneidig und gleichzeitig interessant. Und doch blicke ich ständig mit Sorge auf ihre Entschlüsse.

Daenerys Targaryen ist stets bereit, jeden einzelnen der es sich ihr in den Weg zu stellen wagt, mit ihrem Heer niederzutrampeln. Ganz egal wer es ist und ganz egal warum er ihr gegenüber steht. Sie ist eine Verführerin, der jedes Mittel Recht ist an ihr Ziel zu kommen. Eine Frau, die kein Nein versteht. Und doch vermag sie es, meine Ansichten mit den regelmäßig aufflackernden menschlichen Zügen ihres Charakters ins Wanken zu bringen. Dabei steht jedoch immer eines außer Frage:
Die Mutter der Drachen ist feurig, in jederlei Hinsicht. Und brandgefährlich.

Sicherlich ist es für weitreichende Theorien noch zu früh und erst die Zukunft wird zeigen, wer ihren Charakter richtig einzuschätzen vermag. Ich für meinen Teil bleibe skeptisch und beobachte sie auch weiterhin mit Argusaugen. Denn unterschätzen sollte man sie nie.
– Was macht sie für euch so interessant oder gar anziehend und warum scheint ihr jeder zu Füßen zu liegen? Oder bin ich einfach nur auf dem falschen Dampfer? Eure Meinung interessiert mich.

Bitte vermeidet Spoiler! Denn weder habe ich die Bücher gelesen, noch bin ich mit Staffel 4 durch!

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12 Kommentare zu “Daenerys Targaryen (Game of Thrones): Warum ist sie so beliebt?”

  1. Ich find die jetzt auch nicht so toll. Irgendwie ist die nix besonderes. Mal davon abgesehen, dass ihr Handlungsstrang teilweise todlangweilig ist. Im Endeffekt schart sie ja die Sklaven auch nur um sich, um diese dann wohl früher oder später in die Schlacht zu schicken. Ob das dann besser für diese ist, bezweifel ich mal.

    Nebenbei sollte mittlerweile auch ziemlich klar sein, dass sie absolut keine Ahnung hat, wie man überhaupt regiert. Warum sollte ich sie also auf dem Thron wollen?

    Ich schätze, dass aber für viele auch die Drachen den Reiz ausmachen. Denn jeder will sehen, was passiert, wenn diese dann mal richtig loslegen dürfen. Allerdings hat sie ja selbst die nicht wirklich im Griff.

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    1. In Staffel 1&2 war es ja noch spannend, weil man ihre Motive kaum durchschauen konnte. Jetzt ist es so offengelegt, dass mich an ihr gar nichts mehr reizt, lediglich Jorah Mormont, der immer weiter zum Hause „Friendship“ gedrängt wird. Hab mir wohl das Ende der Staffel gespoilert, aber er ist der einzige (neben den Drachen) die den Teil noch sehenswert machen. Mittlerweile pilgert sie wirklich nur noch von Stadt zu Stadt, mit immer mehr Anhängsel. Ich hoffe ihr Handlungsstrang nimmt demnächst mehr Fahrt auf, sonst läuft der sich noch Tod. Im wahrsten Sinne…

      Sie hat zwar ein festes Ziel, aber sobald sie auf Widerstand trifft… da bin ich auf die Zukunft wirklich mal gespannt, gerade in Hinblick auf ihre Drachen, wie du schon schreibst. So einfach wie sie sich das vorstellt wird das bestimmt nicht.

      Freut mich das ich nicht alleine mit meiner Meinung da stehe.

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      1. ja, da muss einfach mal was passieren. Immer nur von Stadt zu Stadt latschen und dort mehr oder weniger problemlos die Sklaven befreien ist einfach langweilig. Wird höchste Zeit, dass die mal an jemanden gerät, der das nicht so einfach über sich ergehen lässt.

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  2. Ich glaube viele mögen sie, weil man ihre Leidensgeschichte von Anfang an so herrlich präsentiert bekommt. Zuerst bemitleidet man sie, dann freut man sich über ihre Entwicklung zu einer starken Persönlichkeit und man wünscht ihr den Thron, da sie als Außenstehende nicht so durchtrieben wirkt. Das wäre so meine Vermutung. Sie wirkt durch das, was sie repräsentiert wie ein guter Mensch. Dazu dann noch ihre kindlichen Gesichtszüge, die schönen langen Haare und coole Drachen und fertig ist die Traumfrau vieler Menschen.

    Alles bei mir aber auch nur Spekulation, denn ich bin ja Team Viserys.^^

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    1. Ih, echt jetzt? Der Ekel? Ich fand die Krönung echt spitze. ;D

      Stimmt, das kindliche Aussehen und ihre Spielzeuge (die Drachen!) können bestimmt beim ein oder anderen diverse Reize auslösen. Zumindest überstrahlt ihre Entwicklung einiges, da hast du recht.

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      1. Ich weiß ich bin widerlich, aber er hat tolle Haare und ist so wunderbar dünn. Und so eine Divaaaa. Das mag ich gerne. Außerdem verzieht er sein Gesicht manchmal so lustig, aber nicht so creepy wie bei der einen Folge Doctor Who.^^

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  3. Nicht hauen, aber auch ich gehöre zu denen die sie gut finden.

    Für die meisten spielt ihre Optik und ihre anfängliche Leidensgeschichte wahrscheinlich die größte Rolle. Bei mir (und ich denke auch bei sehr vielen anderen) ist es weitaus beeindruckender gewesen, dass sie sich aus der Opferrolle befreit und mit ähnlich harten Bandagen kämpft wie andere. Warum ist es bei ihr so verwerflich, dass sie die Sklaven befreit und sie später in den Kampf schicken will? Hätten die Sklaven nicht wahrscheinlich ansonsten ein noch viel schlechteres Leben? Und was machen die anderen Akteure – die spielen noch wesentlich krasser mit Menschenleben. Sie zeigt wenigstens einen Funken Mitgefühl. Und die Sache mit der Verführerin – na da gibts aber auch wesentlich bessere Beispiele in der Serie für eine ‚gewissenlose‘ Frau. Für Khal Drogo hat sie ja noch Gefühle entwickelt und das scheinbar teuer bezahlt.

    Zwar sehe ich sie auch nicht so recht auf dem eisernen Thron, weil mir ihre Verbundenheit zum eisernen Thron nicht einleuchtet (zurückgewinnen, was ihrem Vater genommen wurde? Naja ….) und ich mir nicht sicher bin, ob der Wunsch alle anderen niederzumetzeln, um auf den Thron zu kommen, groß genug ist.

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    1. Das alles soll doch keinesfalls vorwurfsvoll gemeint sein! 🙂

      Wie gesagt, ich frage mich das nun schon eine ganze Weile, weil ich sie nicht so faszinierend und anziehend finde, wie beispielsweise einen Tywin Lennister. Dem nehme ich seine Gräueltaten und seine Zielstrebigkeit ab, die versteckt er ja auch nicht. Er ist clever, durchtrieben und im Prinzip böse. Aber das macht ihn für mich als Bösen so anziehend. Genauso wie mit Cersei, wenn sie ihren Bruder manipuliert. Je nachdem wie sie es braucht. Die sind alle so klar abgesteckt. Bei Daenerys ist es diese Zweischneidigkeit. die mich womöglich irritiert. Auf der einen Seite blitzt vereinzelt Menschlichkeit auf, auf der anderen Seite mäht sie ihre Widersacher gnadenlos nieder.
      Natürlich ist da ein Vergleich mit denen aus Westeros immer gerechtfertigt, die machen es ja auch nicht besser. Aber aus irgendeinem Grund werde ich mit ihr nicht so warm. Mir fehlt womöglich dieser perfide Charme, der bei jedem anderen rüberkommt, der ein gewisses Streben hat.

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  4. Ich persönlich liebe Daenerys und sie ist einer meiner favourisierten Charaktere in ,,Game Of Thrones“. Warum ist das so? Weil ich mich unglaublich gut mit ihr identifizieren kann und ihre Handlungen alle voll und ganz nachvollziehen kann.

    Zum einen ist da ihre ,,Friss oder stirb“-Politik, die natürlich ein zweischneidiges Schwert ist, genau wie Daenerys eine zweischneidige Person ist- sie agiert einen humaner und menschlicher als die meisten Charaktere der Reihe- ihr dürft das nur nicht automatisch damit gleichsetzen, dass diese Bezeichnung automatisch bedeutet, dass jemand gnädig oder meinetwegen ,,gut“ ist- nein, es ist einfach die simple Tatsache, das Daenerys Targaryen moralische Werte völlig unwichtig sind. Und das ist es was sie mir so sympathisch macht, weil sie- anders als die anderen- keinen Wert darauf legt, wer jemand ist oder was er getan hat- sie sieht den Menschen, nicht das Oberflächliche. Daenerys lebt nach ,,Hast du Respekt vor mir, habe ich welchen vor dir.“

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  5. Daenerys entscheidet nach ihrem Herzen und nach ihrem Instinkt- und das macht sie menschlicher als alle anderen Charaktere, die ihren Verstand und Moral über das stellen, was sie wirklich wollen oder wirklich das Beste für sie ist.

    Das moralische Korsett ,,Gut“ ,,Böse“ oder Vorurteile haben in ihrer Welt scheinbar keinen Platz- und wie eine der Posterinnen/Poster schon sagte- es ist ihr EGAL wer vor ihr steht- sie würde jeden töten..der versucht sie zu töten oder böse Absichten hat.

    Danerys handelt letzendlich nur, wie jeder handeln würde, der mehr auf sein Herz als auf seinen Verstand hört- der menschlich nach seiner wahren Natur handelt und sich nicht in ein gesellschaftliches moralisches Korsett pressen lässt.

    Sie ist- anders als andere- nicht bereit, noch die andere Wange hinzuhalten, wenn sie schon jemand geschlagen hat. Sie schlägt zurück- mit Blut und Feuer und härter als ihr Feind.

    Denn wie sie schon sagte: ,,Ein Drache ist kein Sklave. Ein Drache lässt sich nicht in Ketten legen.“

    Und das macht sie in meinen Augen zu einer Königin- denn sie wäre eine Königin die IMMER EGAL WAS PASSIERT hinter ihrem Volk stehen würde- ganz gleich welcher Vorteil für sie dabei rausspränge, auf den es ihr im tiefsten Inneren wahrscheinlich garnicht ankommt.

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  6. Tut mir Leid, aber was ist für euch ,,Menschlichkeit“? Ich will hier jetzt keine Disskusion vom Zaun brechen aber der Mensch ist von Natur aus NICHT barmherzig, gütig oder gnädig- er ist aufs Überleben und somit auf den Krieg ausgerichtet. Die Macher von Game Of Thrones wissen das- und diese Menschlichkeit sieht man bei jedem aufblitzen- es ist nur, dass die Häuser von Westeros, auch wenn es sich blöd anhört, ,,zivilisiert“ sind. Sie müssen sich an Regeln halten und müssen durchtrieben genug sein um diese Regeln umgehen zu können.
    Wer das meiner Meinung nach am besten kann, ist Petyr Baelish und Vaarys (Wird das so geschrieben?).

    Deswegen wirkt Daenerys eben auf einen Großteil des Publikums so ansprechend und verführerisch- weil viele selbst gern so wären und ihrer freien Natur wahren Lauf lassen möchten, es aber nicht können.

    Und Daenerys ist- wie schon dem Wappen nach- ein echter Drache.

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  7. Finde ich allesamt interessante Gedankengänge. Und einiges trifft auf sie auch zu. Auch wenn ich mittlerweile mit der Serie weiter bin, sich einige Motive aufdecken und sich der moralische Twist gerade zum Ende hin offenlegt, in dem sie steckt: Ist es denn wirklich richtig, gleiches mit gleichem zu vergelten? Auch wenn sie angetrieben vom guten Willen ist und sie es sicher nicht jedem recht machen KANN, so lebt sie doch auch nach dieser „Füge dich und du erhälst Schutz. Wehre dich und du stirbst.“-Mentalität.
    Je weiter man das spinnt, desto interessanter und vielschichtiger wird ihre Figur.

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