Blogparade: Schau doch mal…

Miss Booleana und Die singende Lehrerin machen es vor, ich schließe mich der von Amerdale ins Leben gerufenen Blogparade „Schau doch mal…“ gleich an. Denn bis zum 31. Juli wird auf diese Weise nach Serien gefragt, die hierzulange kaum jemand schaut, oder über die zumindest kaum jemand schreibt. Es werden also Geheimtipps gehandelt. Daher hört ihr besser zu. Oder setzt die Lesebrille auf. Oder beides. Oder geht wieder.

via frompeera.com

Line of Duty

Der Name der Serie fiel auf diesem Blog schon öfters, dennoch sollte die Gunst der Stunde genutzt werden, euch diese kurze, dafür umso knackigere Krimiserie erneut und mit Nachdruck ans Herz zu legen.
In Deutschland sind bisher zwei Staffeln ausgestrahlt worden, eine dritte steht wohl in den Startlöchern. Ist aber auch irrelevant, da außer dem großen Rahmen pro Staffel je ein Fall im Zentrum steht.

Nachdem ein Antiterroreinsatz gründlich schief läuft, muss ein Sündenbock her. Der leitende Ermittler Steve Arnott (Michael Compston) wird dahingehend in die Anti Korruptionseinheit AC-12 strafversetzt, wo er korrupte Polizisten zur Strecke bringen soll, während die Polizeibehörde ihm selbst die Hölle wegen des vergeigten Einsatzes heiß macht. Also schießt er sich auf seinen neuen Posten ein und findet in dem hoch angesehenen DCI Gates (Lennie James) sogleich ein großes Fressen.

Line of Duty ist kompromisslos und gerissen. Korruption im Polizeidienst ist seit jeher ein brenzliges Thema und dass die britische Polizei sämtliche Zusammenarbeit mit der Produktionsfirma der Serie verweigerte, zeigt, wie aktuell die Thematik noch immer zu sein scheint, weshalb sich die Serie auf anonyme Quellen wie Ex-Cops oder Polizeiblogs berufen musste. Die Serie selbst glänzt durch ein hohes Tempo und die Verbissenheit sämtlicher Figuren. Im Grunde ist die Frage nach Schuld oder Unschuld schon im ersten Augenblick geklärt, zumindest scheint es so. Denn immer wieder tauchen Indizien auf, die mal in diese, mal in diese Richtung deuten und dem Zuschauer trotz seines geringen Informationsvorsprungs gegenüber der AC12 immer wieder zweifeln lassen. Genau daraus zieht die Serie ihren Nervenkitzel, was in Staffel 2 (mit Keeley Hawes) nicht minder spannend funktioniert.
Es ist eine Hochdruckserie, die zeigt, wie schnell ein angesehener Cop fallen kann. Ob nun als Sündenbock oder als korrupter(???) Polizist.


via blogs.independent.co.uk

Black Mirror

Der stete technologische Fortschritt verknüpft Menschen nicht nur global miteinander, es geht auch alles in immer schnellerem Tempo voran. Hier mal ein Bild aus dem sich mit Leichtigkeit die GPS-Koordinaten lesen lassen, hier mal eine provokative Videoüberwachung und dort ein penetrantes Einprügeln auf den Menschen, der sich gegen den technischen Fortschritt und die ihn umgebenden Videoleinwände nicht wehren kann. Das sind nur ausgewählte Beispiele, doch die britische Serie Black Mirror geht noch sehr viel weiter. Zu gleichem Teil eine Satire auf den Menschen im Umgang mit der schwarzen Röhre, auf die er ständig blickt und die gewissermaßen die Welt um ihn herum bündelt und auf ihn zurückwirft, zu gleichem Teil auch das erschreckende an dem Technowahn, wie schnell der Mensch in Abhängigkeit zu den ihm zur verfügung stehenden Technologien stehen kann und inwieweit sie ihn und sein Denken beeinflussen.

In bisher 2 Staffeln á 3 Folgen und einem gesonderten Weihnachtsspecial (mit John Hamm) treibt es Black Mirror auf vollkommen unterschiedliche Weisen auf die Spitze. Es braucht offenkundig gar kein allzu großes Budget, sondern nur eine ausgeklügelte Idee, um etwas spannendes und gleichermaßen faszinierendes auf die Beine zu stellen.


via tvspielfilm.de

Der Ruf des Adlers

Western. In Serie. Naja, vierteilige Miniserie. In den Hauptrollen Robert Duvall und Tommy Lee Jones, die ihr Glück in Montana versuchen wollen und daher einen großen Viehtrieb quer durch die Staaten durchziehen.

Der Ruf des Adlers dürfte gerade die Herzen der Westernfreunde höherschlagen lassen, und auch das derjenigen, die in Western nicht immer nur das stereotype „Weißer Mann macht Jagd auf Indianer“ sehen wollen. In dieser Serie ist alles was der geneigte Westernfreund schätzt vertreten, wenn auch nicht ganz so typisch wie in anderen Produktionen. Der Ruf des Adlers ist sozusagen ein roher, ungeschliffener Diamant: Hier wird kein Wert auf großes Traram gelegt, es wirkt alles etwas kleiner und nicht so aalglatt, wie bspw. die großen Genrevertreter. Dafür wird auf eine ausgezeichnete Mischung aus Humor, Tragik und Charakterzeichnungen Wert gelegt. Und die Besetzung lässt sich auch in den Nebenrollen gut sehen…


via moviepilot.de

Dead Set – Reality Bites

Big Brother nervt die Welt schon seit viel zu vielen Jahren. Vielleicht haben sich die Briten deshalb ein Herz gefasst, und mit Dead Set – Reality Bites einen Big Brother-Abklatsch kreiert, in dem sich die Bewohner des „Containers“ mit einer landesweiten Zombieplage rumschlagen müssen. Alles fängt natürlich damit an, dass das Set von den beißwütigen Zombies überrannt wird, während die Insassen erst nicht wissen, was eigentlich dort draußen in der Welt abgeht.

Man sollte etwas für schwarzen Humor und Untote übrig haben und gegebenenfalls auch Flachwitze ertragen können. Es wird nicht jeden ansprechen und pendelt qualitativ stark. Satire ist zwar vorhanden, wird aber von den effekthascherischen Goreeinlagen überdeckt und sie ist auch nicht in so einem hohen Grad wie bspw. in Black Mirror gehalten. Wer sich also auf die Suche nach hirnloser Haudrauf- und Teeniementalität begeben möchte: This one’s for you!


via lifesitenews.com

How To Get Away With Murder

Viola Davis. Viola fu**ing Davis! Wer vor diesem Pitbull in der ersten Folge keine Angst, oder zumindest gehörig Respekt verspürt, ist nicht von dieser Welt. Aber dazu wird es in einem gesonderten Artikel mehr zu lesen geben… nur so viel: Es ist eine äußerst diskutierfreudige Serie.


So viel also zum Blick über den Tellerrand. Vielleicht findet ihr ja etwas ansprechendes, oder habt selbst Lust bekommen, an dieser vielversprechenden Blogparade teilzunehmen?

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14 Kommentare zu “Blogparade: Schau doch mal…”

    1. Ehrensache! Tolle Aktion von dir. 🙂
      Line of Duty ist klasse. Allerdings dreht es sich in beiden Staffeln um andere Verdächtige. Hätte nicht gedacht das die zweite Staffel das Niveau (mit leichten Abstrichen) halten kann. Hoffentlich begeistert dich die Serie auch so.

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  1. Danke für die Tipps, ich kannte keine Serie davon. 😳
    Bin aber trotzdem geblieben und hab fleißig mitgeschrieben. 😀
    Line of Duty könnte was für mich sein, und Black Mirror gefällt mir von der Idee auch sehr. Muss ich mal danach schielen gehen.
    Hach, eigentlich sollte ich mich von solchen Einträgen fernhalten, die sorgen nur dafür, dass ich Bock auf neue Sachen bekomme. *seufz*

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    1. Guck mal auf YT nach Black Mirror, da finden sich viele Folgen auf englisch. 😉
      Line of Duty könnte mit etwas Glück nochmal auf ZDF widerholt werden…

      Ja, dieser Teufelskreis ist nicht nur dir bekannt. Schlimm, oder? 😉

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      1. Oh, vielen Dank für die Info, da werd ich dann mal nachschauen! 🙂
        Wäre gut, lass uns mal beide die Augen offen halten!

        Ohja, richtig schlimm sowas! Der Gelbdeutel jammert bereits präventiv, wenn ich eure Blogs aufsuche, und die jeweiligen Stapel meckern auch noch, wenn auch schon deutlich leiser. Haben sich vielleicht damit abgefunden? :mrgreen:

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  2. Oh, interessante Liste. Und v.A. so verschiedene Serien.Black Mirror steht schon ziemlich weiter oben auf der Watchliste. Am neugierigsten hat mich Dead Set Reality Bites gemacht. Klingt herrlich abstrus. Ich mochte Big Brother und all diesen Quatsch noch nie. Gerade deswegen könnte das ganz lustig werden 🙂
    How to get away with murder – seitdem ich einen viel zu langen gesehen habe, der gefühlt die halbe Serie vorweg genommen hat, ist meine Interesse relativ dahin und es wirkt mir viel zu soap-ig. Aber da es glaube ab August oder September im Free-TV läuft, werde ich da wahrscheinlich einschalten.

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    1. Black Mirror gefällt dir bestimmt, auch wenn die Episoden qualitativ arg schwanken. Aber das ist dem eigenen Geschmack geschuldet.
      Erwarte von Dead Set nicht zuviel. Natürlich ist es hirnloser Nonsens und als Parodie funktioniert es ganz gut… aber ein Reißer ist es nicht unbedingt. Kann man aber mal schauen. 😉
      Zu HTGAWM: „viel zu langen“ was? 😀
      Es ist nicht wirklich soapig, auch nicht wirklich krimi. Es ist… vieles. Vieles auf einmal, wild durchgeschüttelt und mit liebens- und hassenswürdigen Figuren verpackt. Schau unbedingt nochmal rein, denn hier ist mehr der Weg das Ziel, als das Ziel selbst. Ich habe (fast) jede Sekunde genossen.

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