[Review] Chihiros Reise ins Zauberland (2001 JP)

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Was war die Vorfreude auf meinen ersten Miyazaki groß. Am Dienstag ist der Kinobesuch zu Wie der Wind sich hebt schon fest eingeplant, zur Vorbereitung wollte ich dann aber wenigstens eines der Werke des japanischen Animemeisters gesehen haben.
Und es hat nicht sollen sein.

Chihiros Reise ins Zauberland ist zweifelsohne wunderschön gezeichnet, die Bilder werden von einem eingängigen pianolastigen Score getragen und jede Szene ist wohl durchdacht. Es ist ein unglaublich vielschichtiger Film, den ich vermutlich noch einmal sehen müsste, um alles einigermaßen zu erfassen. So vieles steckt in der Geschichte, in den Dialogen, in den Figuren, in den Bildern:
Leben, Liebe, das Erwachsen werden, Mut, Hingabe, Aufopferung, Selbstständigkeit, Anpassung, ohne sich selbst dabei zu verlieren…

Für mich vermutlich zu vieles, denn obwohl der Film einfühlsam und clever beginnt und den Zuschauer Stück für Stück in seinen magischen Bann zu ziehen vermag, so wurde ich förmlich von der Füllmenge dessen erschlagen. Nicht nur die bunte Welt und deren überbordend viele Wesen und Einfälle waren für meinen Geschmack schon zu viel des Guten, auch die zahlreichen (offengelassenen) Interpretationsmöglichkeiten zehrten nach einiger Zeit an meinen Nerven. Ja, vermutlich könnte man den Begriff „überfordert“ in diesem Sinne benutzen, denn obwohl der Film durchgehend amüsant gehalten ist und hier und da gekonnt sozialkritische Töne aufkeimen lässt, so hat es mir doch spätestens ab der Hälfte gereicht. Zwar musste ich relativ oft grinsen, innerlich hatte ich aber schon abgeschaltet, zu wenig konnte ich auf Dauer mit dem Gesehenen anfangen. Und wenn man dann mit manchen Figuren, bzw. deren Entwicklung nicht ganz konform gehen kann, dann hat man bei solch einem Anime, der entfernt an Alice im Wunderland erinnert, ohnehin schon verloren.
Es ist wohl einfach nicht meine Welt oder die Erwartungen waren zu groß, in diesem Falle eben anders.

Mal sehen wie ich nach diesem Anime auf Prinzessin Mononoke und Die letzten Glühwürmchen (Anm. mein Fehler, letzterer ist natürlich von Isao Takahata!) reagieren werde. Trotz der Gefahr nach Chihiro in einer Einbahnstraße in Sachen Miyazaki zu landen, werde ich mir zumindest diese beiden Filme noch ansehen. Zu groß ist der Reiz und dass mich das Studio Ghibli zumindest im Kern berühren kann, steht außer Frage. Und außerdem: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Vielleicht folgt mit dem nächsten Ghblistreich ja ein Volltreffer meines Geschmacks.

5/10 Punkte

Chihiros-Poster01Chihiros Reise ins Zauberland [Spirited Away]
Jahr: 2001 JP
Regie & Drehbuch: Hayao Miyazaki
Cast:
Rumi Hiiragi (Sidonie von Krosigk)
Miyu Irino (Tim Sander)
Mari Natsuki (Nina Hagen)
Takashi Naito (Michael Brennicke)
Yasuko Sawaguchi (Elisabeth Günther)
Yumi Tamai (Cosma Shiva Hagen)

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