[Film] Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs (2003 NZ/US)

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Schlopsi gibt der Herr der Ringe-Trilogie eine neue Chance: Teil 3 im Extended Cut

Nach dem vergleichsweise schwachen zweiten Teil, konnte Die Rückkehr des Königs wieder mit vollem Elan durchstarten. Und das spürt man. Nicht eine Sekunde des gut vierstündigen Extended Cuts war mir zu viel, wie gebannt saß ich nun vor der Flimmerkiste. Die Schlachtenszenen, gerade wenn ich an die epischen Worte Théodins denke, wie er mit dem Schwert die Reihen seiner Männer entlang reitet und sie auf die große Schlacht einschwört. Ich hatte einfach Gänsehaut pur. Gleiches gilt für die Momente wenn sich der Hexenkönig zeigt oder sich die Angst in der Stadt Minas Tirith und besonders in Pippins Augen ausbreitet, ehe Gandalf ihm mit warmer Güte zuredet und er dadurch Pippin seinen Mut zurückgibt.

Pippin: „Ich hätte nicht gedacht, dass es so enden würde.“
Gandalf: „Enden… Nein hier endet die Reise nicht. Der Tod ist nur ein weiterer Weg, den wir alle gehen müssen. Der graue Regenvorhang dieser Welt zieht sich zurück und alles verwandelt sich in silbernes Glas – und dann siehst du es…. “
Pippin: „Was, Gandalf? Was sehe ich?“
Gandalf: „Weiße Strände, und dahinter ein fernes grünes Land unter einer rasch aufgehenden Sonne.“
Pippin: „Dann ist es nicht schlimm?“
Gandalf: „Nein… nein ist es nicht.“

Pippin

Oder wenn Sam voller Verzweiflung, dafür aber mit dem Ehrgeiz seinen Freund Frodo von der Last des Ringes zu erlösen und ihn den steinigen Weg nach oben, zum Eingang des Schicksalsberges, trägt. Oder wenn Aragorn die Krieger der Menschen zum letzten Gefecht aufruft. Oder… oder…
Das alles passt und ist so wundervoll und unter die Haut gehend. Es gibt hier so viele Gänsehautmomente, untermalt von Howard Shores kongenialen Soundtrack, dass mir beinahe schon Freudentränen runter gekullert wären.

Was ich in Teil eins ja schon gelobt hatte, sieht auch hier wieder opulent aus: Nämlich die Optik, sowie die Requisiten und Kulissen. Allein Minas Tirith. Wenn wieder der Wechsel zwischen realen Sets und computergenerierten Türmen und Stadtmauern stattfindet. Es sieht einfach dufte aus. Genauso wie die Schlachten, die im Vorgänger ja auch schon äußerst schick anzusehen waren. Aber hier setzt die Regie noch eins drauf. Eine Filmreihe, die mit dem ersten Teil noch die Unbekümmertheit der Jugend atmete, zum Ende hin, als auch im zweiten Teil mit den notwendigen Entbehrungen in Richtung Erwachsenwerden gestoßen wurde und mit dem Abschluss der Trilogie endgültig aus den kleinen Schuhen (/Füßen) herauswuchs und jeder seinen eigenen Mann stand.

Und seit einer Ewigkeit war das wieder einer dieser Filme, die mich wünschen ließen, dass das Abenteuer noch ewig weitergehen möge. Einfach noch mehr aus dieser wunderbaren Welt zeigen möge, mit ihren fantastischen Wesen und Geschöpfen. Denn es ist ein Abenteuer, das alles bietet. Humor, Ernst, Tragik, Sentimentalität, Verrat, Führungsgeist, Loyalität, Freundschaft, Aufopferung und Mut. Und noch so viel mehr. All das vermengt Peter Jackson zu etwas sonderbarem. Denn Jackson erschuf nicht nur diese Filme. Er erschuf eine ganz neue Fantasywelt. Mit eigenen Regeln und Gesetzen, sonderbaren Kreaturen und Beziehungen untereinander. Natürlich ist das der literarischen Vorlage Tolkiens geschuldet. Aber es ist beileibe keine Selbstverständlichkeit, mittels drei Filmen und insgesamt +/- 11 Stunden Laufzeit ein solch ausgewogenes, in sich geschlossenes System zu erschaffen, das dem Zuschauer so viel zu bieten vermag. Eine unglaubliche Meisterleistung, die nicht nur einer fabelhaften Regie oder ihren Bildern geschuldet ist. Alles, die kleinsten Nebenrollen, die Rüstungsschmiede und Setbauer, Requisiteure und Komponisten, Darsteller und Stuntdoubles, etc. etc. Sie alle trugen ihren Teil dazu bei, dass diese Filme so sind, wie sie sind. Und das ich für die gut elf Stunden in eine vollkommen neue Welt eintauchen durfte.

Last-Fight

Mir dünkt, ich habe womöglich auf den letzten Drücker mein Herz an der Geschichte verloren und eine erneute Reise durch Mittelerde naht schon bald. Ein Wiedersehen mit alten Freunden und Feinden, das einfach grandios und mit der nötigen Leidenschaft und ganz viel Herz von Peter Jackson und Co. auf Zelluloid gebannt wurde.
Und mit Frodo habe ich mittlerweile auch einigermaßen meinen Frieden geschlossen. Auch wenn für mich der eigentliche Held immer Samweis Gamdschie und Pippin der Liebling in der Geschichte bleiben wird.

Und ich muss jetzt nicht sagen, dass ich, während ich an diesem Dreiteiler schreibe, die Filme alle noch einmal gesehen habe und es mir schon wieder in den Fingern juckt? 😉

„Dieser Tag gehört nicht einem einzigen Manne … sondern uns allen. Lasst uns zusammen diese Welt wieder aufbauen, damit wir sie uns teilen können in Zeiten des Friedens.“

Und:

10/10 Punkte

PosterDer Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs [The Lord of the Rings: The Return of the King]
Jahr: 2003 NZ/US
Regie: Peter Jackson | Drehbuch: Fran Walsh, Philippa Boyens, Peter Jackson
Cast:
Elijah Wood, Sean Astin, Andy Serkis, Ian McKellen, Viggo Mortensen, Cate Blanchett, John Rhys-Davies, Bernard Hill, Billy Boyd, Dominic Monaghan, Orlando Bloom, Hugo Weaving, Liv Tyler, Miranda Otto, David Wenham, Karl Urban, John Noble, Ian Holm, Sean Bean, Marton Csokas, Bruce Hopkins

 

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14 Kommentare zu “[Film] Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs (2003 NZ/US)”

  1. Wirklich schön geschrieben. 🙂
    Wenn es am letzten Teil etwas zu bemängeln gibt, ist das meiner Meinung nach auch eher Frodo – neben einigen genialen Szenen spielt er eben auch solche mit zum Brechen übertriebenem Pathos. Auch dass die Beziehung zwischen Samweis und Frodo derart auf die weinerliche Schiene geschubst wurde, fand ich nicht besonders. Der Konflikt zwischen beiden wirkte unnatürlich und an den Haaren herbeigezogen. Die Freundschaft und das Vertrauen der beiden ist ja überhaupt das einzige, was ihnen die Kraft gibt weiterzumachen.
    Aber alles in allem – da stimme ich vollkommen zu – hat diese Verfilmung etwas ganz eigenes aus den Romanen gemacht. Und beileibe nichts Schlechtes. Das war atmosphärisch, opulent, zum Lachen wie zum Weinen, was auch immer mit der Filmmusik zu tun hat, die ein echter Geniestreich ist, wie ich finde. 😀

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    1. Danke 🙂

      Den Frodo Part mag ich bis heute auch nicht so wirklich. Das weinerliche ist wirklich extrem und wäre Sam nicht… der hätte keine 5 Meter außerhalb des Auenlandes überlebt. Schon allein seine Naivität… Allerdings gefiel er mir im ersten Teil noch am besten, danach wurde es dann immer unerträglicher.
      Um ehrlich zu sein imponiert mir das ganze drumherum, alles abseits seiner Story, sehr viel mehr. Ich bin immer versucht einfach Frodo wegzuspulen. 😀
      Deshalb hatte ich die Filme auch über die Jahre hinweg vor mir hergeschoben.

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      1. Das sagste was Wahres! Furchtbarer Gutmensch dieser Frodo – fernab jeglicher Realität. 😀 Im Buch kommt das natürlicher rüber, auch wenn dem Ganzen noch immer so etwas märtyrerhaftes anhängt. Naja. Im Grunde ist das aber wirklich meckern auf hohem Niveau, bei diesen Filmen. Insgesamt sind die wie gemacht fürs Kino und Eintauchen in eine andere Welt. 🙂

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        1. Ich könnte weinen dass ich die nie im Kino gesehen habe 😦 Hoffentlich ergibt sich da nochmal eine Möglichkeit.

          Vielleicht lese ich das Buch demnächst sogar. Aber ich denke sowas sehe ich doch lieber als Film. Schaun‘ wa mal wie es sich liest. 🙂

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          1. Kann ich dir sagen: schwerfällig. Zumindest am Anfang. Ich kenne sogar etliche Viel-Leser, die vor den Bänden kapituliert haben. Das beginnt einfach wie eine Art Geschichtsbuch oder Chronik. Da muss man sich erstmal ein bisschen anstrengen. 😉 Aber ich würde die Bände nicht missen wollen. Die haben mich damals in Erstaunen versetzt, weil Tolkien diese komplett neue Welt inklusive Sprachen, Überlieferungen, Völkerkunde usw. erfunden hat. Was muss das für ein krass nerdiger Typ gewesen sein! Dem würde heutzutage alle zu Füßen liegen. 😀

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            1. Deswegen scheue ich mich auch etwas davor. Ich habe es eigentlich nicht so gern, wenn jeder einzelne Grashalm in all seiner Deutlichkeit beschrieben wird. Andererseits reizt das was du schreibst eben.
              Ach, wer nicht wagt, der nicht gewinnt. 🙂

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    1. Du meinst den „Hobbit“?
      Den ersten fand ich damals im Kino (mit massig Abstand zu HdR) sehr gut, gestern dann den Extended Cut geschaut und ich war doch sehr enttäuscht. Die Effekthascherei nahm zu und die Handlung ist, gemessen an der Laufzeit, doch sehr dünn. „Smaugs Einöde“ hatte ich auch im Kino gesehen und war bei ihm sehr enttäuscht. Die Effekte schlecht (abgesehen von Smaug, der eine Augenweide ist), und mich hat’s einfach nicht vom Hocker gerissen. Letztens also nochmal geschaut und sieh an, so schlecht war er dann doch nicht.
      Ich mag den Cast sehr, besonders Martin Freeman als Bilbo. Auf den dritten freue ich mich mittlerweile sehr, aber gemessen an HdR sind sie doch eher… ‚Kinderkrams‘.
      Wie siehst du das?

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      1. Zur Einordnung: Die „Der Herr der Ringe“-Trilogie bekommt bei mir gesamt 10 Punkte und hat Lieblingsfilmstatus.

        Den ersten Hobbit fand ich sehr unterhaltsam (8 Punkte), aber doch ein wenig zu viel Effekte und Gedöns, den zweiten habe ich nur im Kino gesehen und dort hat mir HFR das gesamte Erlebnis zerstört (letztendlich habe ich 6 Punkte gegben) — da warte ich noch auf die zweite Sichtung.

        Für genauere Infos finden sich alle Besprechungen bei mir im Blog 🙂

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        1. Genau SO sahen die Punkte bei mir nach der jeweils ersten Sichtung auch aus.
          Um HFR habe ich immer einen großen Bogen gemacht, reizen würde es mich dennoch. Irgendwie.

          Die Besprechungen schaue ich mir die Tage mal an!

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