31 Tage – 31 Filme: Tag 14

Tag 14 – Welcher Film hat die schönste Musik?

Das ist… eine schöne Frage. Und eine… schwere Frage. Denn wirklich auf einen Film lässt sich das ganze nicht herunterbrechen. Daher gebe ich eine Momentaufnahme meiner liebsten Soundtracks auf, die wirklich schön sind und gleichermaßen für sich alleinstehen können. Die Reihenfolge ist dabei willkürlich gewählt.

via versionindustries.com

Moon – Clint Mansell

Welcome to Lunar Industries. Im Sci-Fi-Film Moon trifft alles aufeinander, was ich an Film so gerne sehe: Eine tolle Optik, die Besinnung auf das Wesentliche, gute Schauspielleistungen, eine packende Geschichte… und ein Score, der einen sofort am Wickel hat. Ist es, weil er so runtergebrochen wirkt? Zielstrebig aber doch so nüchtern? Mansell hat hier einen Soundtrack geschaffen, der den Hörer in Wellen übermannt, ohne ihn in wirren Soundeskapaden zu ertränken. Hier hat alles seinen Platz und kaum lausche ich dem Score, bekomme ich schon wieder Lust auf den Film. Hmpf. Ihr wisst was ich jetzt tun werde…?


via hans-zimmer.com

Fluch der Karibik – Klaus Badelt

Okay, ich gebe es zu. He’s the Pirate ist so offensichtlich für diese Frage geschaffen… aber. Aber der gesamte Score zu Fluch der Karibik impliziert auf prunkvolle Weise Piraten- und Abenteuergeist, dem man sich nur sehr schwer entziehen kann. Und kommt schon: Allein der Einstieg mit dem Stück Fog Bound weist auf ihn epochales Spektakel hin, ehe mit dem nachfolgenden Titel The Medaillon Calls das Grundgerüst des Soundtracks festgezurrt wird. Die Mundwinkel schnappen automatisch nach oben, während sich am ganzen Körper Gänsehaut breitmacht. Und dann endet es so selbstironisch mit diesem musikalischen Augenzwinkern, wie es nur zu Captain Jack Sparrow passen kann.
Ich muss den Film nicht einmal sehen, um die Bilder vor dem geistigen Auge Revue passieren zu lassen. Ein auditives Meisterwerk. Ohne Zweifel. Orchestralisch genial geführt von Klaus Badelt.


via hans-zimmer.com

Gladiator – Hans Zimmer

Es war der erste Soundtrack, der sich in mein Musikherz schlich. Und obwohl ich so jemand bin, der gar nicht genug von der Variation des musikalischen Leitmotivs bekommen kann, ist Hans Zimmers Schaffen zum Film Gladiator abwechslungsreich genug, um nicht noch mit seinem bezaubernden Leitmotiv in Bedrängnis zu geraten. Dieses schleicht sich nämlich mal ganz kurz ein, ehe es eigenständigen Tönen wieder den Vorrang schenkt. Dabei ist der Score perfekt auf den Gemütszustand Maximus‘ ausgerichtet. Am Anfang noch von sentimentaler Kampeslust gepackt, dann von überschwellender Trauer, ehe er sich zusammennimmt und den Kampf um seinen eigenen Willen in The Might of Rome wieder aufnimmt, als er die erstaunliche Gladiatorenarena Roms erstmals erblickt. Erstaunlicherweise lebt dieser Filmscore nicht von seinen aufbrausenden Stücken, sondern viel mehr von denen, die ihre unbändige Kraft aus der Ruhe schöpfen. Strenght and Honour ist bspw. so dominant, ohne dass es klanglich ausbricht. Stattdessen erzeugt es eine unterschwellige Spannung, die durchgehend im Film erhalten bleibt.
Auch hier kommen mir die Bilder automatisch in den Sinn, wenn ich dem Score nur lausche. Fabelhaft.
Highlights: Am I Not Merciful, Now We Are Free (feat. Lisa Gerrard)
(Faszinierend ist übrigens auch der Gedanke, dass es deutliche Parallelen zum Fluch der Karibik-Soundtrack zu hören gibt. Stichwort: Barbarian Horde.)


via allmusic.com

Backdraft – Hans Zimmer

Höre ich die Musik, sehe ich diese schicken amerikanischen Firetrucks vor mir. Hochglanzpolierter roter Lack, das güldene Logo mit dem Feuerwehrhelm und der Nummer des Bezirks darin verewigt. Zwei Brüder, die sich gegenseitig anstacheln, die harten Trainingssessions, bei denen die Feuerwehranwärter die schweren Wasserschläuche Stahltreppen hochschleppen müssen. Und dann sehe ich, wie die Firetrucks in den flammenden Sonnenuntergang rasen, im Hintergrund läuft Bruce Hornsbys Set Me In Motion.


via hans-zimmer.com

The Rock – Fels der Entscheidung – Nick Glennie-Smith, Hans Zimmer, Harry Gregson-Williams

Das ist ohne Zweifel mein Lieblingsscore. Dabei ist er gar nicht mal so abwechslungsreich, sondern pompös, aufgeblasen und breit im Unterbau. Und doch ist mir bei keinem anderen Film die Musik so wichtig wie hier. Welche Bilder allein durch kurze musikalische Einschübe erzeugt werden… wenn das prägnante Stück Hummel get’s the Rockets durch die Rohre bläst und ich nur kurz in Gedanken an die Stürmung des Waffenlagers denke, und stattdessen diesen vollkommenen Moment vor Augen habe, als Ed Harris als General Hummels seine Paradeuniform anzieht und dann in strömendem Regen vor dem Grab seiner Frau steht… das ist es, wofür Filmmusik geschaffen wurde. Wenn dir die Musik die Bilder ins Gedächtnis brennt. Du beim Hören sofort das Verlangen verspürst, den Film sofort wieder schauen zu müssen… Wie gesagt, ich bin ein Leitmotiv-Mensch und genau das bedient das Komponistengespann, ohne dass dabei jedoch Langeweile aufkommt. Und nicht zuletzt wegen des finalen Stückes Fort Walton – Kansas gehört das Ende zu The Rock mit zu meinen liebsten.

Die restlichen Tage findet ihr hier in einer Übersicht.

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27 Kommentare zu „31 Tage – 31 Filme: Tag 14“

  1. Hi! 3 mal Hans Zimmer…
    Moon fand ich toll, kann mich aber um ehrlich zu sein nicht mehr an die Filmmusik erinnern. Muss ich beim nächsten Mal drauf achten 😉
    Und das Fluch der Karibik-Theme find ich ja auch ganz nett 😉

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    1. „Ganz nett“… 😛
      Von Hans Zimmer finde ich all die alten Sachen richtig ausdrucksstark und abwechslungsreich. Und mit den Filmen mit denen ich aufgewachsen bin, konnte er sich mit Leichtigkeit in diese Liste schmuggeln.
      Zu Moon: Kannst auch jetzt drauf achten 😀

      Gefällt 1 Person

        1. Okay, dann schwimmen wir tatsächlich auf gänzlich anderen Wellen. Den zu OGF habe ich nicht mehr im Ohr (vielleicht auch ganz gut so…), aber der von Arcade Fire ging absolut klar.

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            1. Japp. Ich bin derzeit auch nur im Soundtrack-Wonderland unterwegs (Ghost in the Shell, etc.).
              Lohnt sich der zu The Gambler denn? Der Film steht zwar noch aus, aber vom gesehenen her schien es eigtl. nichts aufregendes zu sein?

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  2. „Fluch der Karibik“ kannst du im Grunde auch Hans Zimmer zuordnen, die Themen stammen nämlich alle von ihm, dass sein Name nicht auf der CD und im Abspann steht, hat lediglich vertragliche Gründe, weil er sich verpflichtet hat, während der Arbeit an „Last Samurai“ keinen anderen Auftrag anzunehmen. Dann hat Jerry Bruckheimer angerufen, weil er mit Alan Silvestris ursprünglichem Score nicht zufrieden war, woraufhin Zimmer eine Themensuite „unter der Hand“ geschrieben hat, die von seinen Remote Control Mitarbeitern dann zum Score ausgearbeitet wurde. Es geht das Gerücht, dass sie gelost haben, wer den Credit kriegt, und Klaus Badelt hat gewonnen 😀
    Ich persönlich bin ja eher ein Fan des Scores zum dritten Teil 😉

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    1. Es klingt sowieso nach Zimmer, ich war mir nur nicht ganz sicher wie das dann credittechnisch abgelaufen ist. Daher danke für die Info, ist aber auch eine Krämerei. 😀 Auf den Score zu „Last Samurai“ bin ich auch schon gespannt! Habe den Film ja noch nie komplett gesehen und möchte mir den Score daher „aufheben“… höre aber nur gutes von.
      Zum dritten habe ich den nicht im Ohr, aber der erste ist wirklich so fest im Kopf verankert, da musste die Wahl auf ihn fallen. ;D

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